Der sc bern knallt gegen die wand – und martin plüss räumt auf

Die Sirene schrillte, die Lakers jubelten, die Mutzen starrten ins Leere. Mit 2:4 in Rapperswil wurde dem SC Bern die Playoff-Luft abgedreht – und Sportchef Martin Plüss musste live auf MySports die Rechnung präsentieren. Kein Blatt vor den Mund: „Wir haben das Saisonziel verfehlt, das ist sehr enttäuschend.“

Ein kollaps in drei akten

Das erste Drittel roch noch nach Chance, dann kam der Hangover. Drittel zwei und drei lagen zwischen schlecht und peinlich. 16 Strafminuten, kreisende Lakers-Powerplays, ein Torhüter, der sich allein gelassen fühlte. Plüss’ Analyse war so kalt wie das Eis: „Wenn du so viele Strafen nimmst, kannst du so ein Spiel nicht gewinnen.“

Die Saison war ein einziger Herzinfarkt. Nach 25 Spielen schlurfte der Rekordmeister auf Rang 11, die Abstiegszone lugte. Der November war noch in den Knochen, als der SCB auf Platz 12 kippte. Drei Trainerwechsel in zwei Jahren spiegeln die Panik. Die Rettung kam spät, aber sie kam – bis eben diese Nacht in Rapperswil alles zunichte machte.

Ende april tickt die uhr

Ende april tickt die uhr

Nun steht die große Bereinigung an. Die Frage nach dem Trainer ist offen. Daniel Ratushny? Interims-Lösung. Verlängerung oder Neuanfang? Plüss zog eine harte Deadline: „Spätestens Ende April werden wir das kommunizieren.“ Bis dahin müssen auch die internen Evaluierungen stehen. Gehaltsstruktur, Teamchemie, Scouting – alles liegt auf dem Tisch.

Die Fans trauern, der Klub zahlt. Ausfallende Playoff-Prämien, entgangene TV-Gelder, leere VIP-Logen. Die Liga wird nächste Saison enger, die Jugend muss liefern, die Import-Quote droht. Wer soll das auffangen? Die Antwort muss Plüss liefern, sonst wird er selbst Teil der Aufräumaktion.

Die Sommerpause beginnt früher als erwartet. Für die Spieler heißt es: Individualtraining statt Playoff-Kampf. Für die Stadt Bern heißt es: Stille statt Party. Und für Martin Plüss heißt es: sechs Wochen, um die Trümmer zu beseitigen und einen neuen Entwurf zu präsentieren. Die Uhr läuft. Tick, tack.