Der basketball-traum, der in den flammen endete

154 Menschen an Bord, ein Start in San Francisco, 24 Sekunden nach dem Abheben das Feuer. Unter ihnen: Nick Vanos, 2,11-Meter-Center von den Santa Clara Broncos, ein Name, der vor Steve Nash die NBA erben sollte.

„Er war unser nächster superstar“

Die Boeing 737 der Pacific Southwest Airlines riss am 7. Dezember 1987 eine Stromleitung der kalifornischen Hügel hinweg, stürzte in ein Wohnviertel und verglühte. Vanos saß in Reihe 23, Fensterplatz. Sein College-Trainer Carroll Williams erinnert sich: „Nick hatte gerade die Agentur angeheuert, die später Michael Jordan vertrat. Die Warriors hatten ihm ein Rookie-Camp versprochen.“

Die Zahlen sind gnadenhaft knapp: 73 College-Spiele, 18,0 Punkte, 11,4 Rebounds im Schnitt, 61 Prozent Wurfquote. Doch hinter den Statistiken steckt der Grund, warum Santa Clara bis heute jedes Jahr am 7. Dezember die Halle verdunkelt: Vanos war der erste Spieler, der dort Trikots mit seinem eigenen Nachnamen über den Laden verkaufte – 1.200 Stück in zwei Semestern.

Der tag, an dem die broncos stillstanden

Der tag, an dem die broncos stillstanden

Trainer Williams befand sich auf dem Weg zum Flughafen, als im Radio die Meldung durchschnitt. „Ich habe das Auto einfach an der Ampel stehen lassen“, sagt er. „Die Leute hinter mir hupten, aber ich konnte nur noch den Horizont anstarren.“

Die NBA verhängte für den 8. Dezember 1987 eine Schweigeminute. Die Warriors trugen schwarze Armbinden – obwohl Vanos nie ein offizieller Vertragsträger war. In Santa Clara hängt seither ein leeres Trikot unter der Decke: Nummer 50, kein Name, nur das Datum.

Heute, 36 Jahre später, erinnert ein kleiner Betonstein am Campus in Kalifornien an den Absturz. Darauf steht kein Basketball, sondern ein Zitat von Vanos’ Großvater: „Groß zu sein heißt nicht, nie zu fallen. Es heißt, wieder aufzustehen.“ Es bleibt der einzige Trost, den die Broncos sich erlauben.