Dechambeau schlägt rahm in spektakulärem playoff und zeigt: power allein reicht nicht
Die Südafrikaner sangen das Volkslied, Branden Grace weinte, Jon Rahm schlug mit dem Putter auf den Grashalmen ein – und Bryson DeChambeau lächelte wie ein Physik-Professor, der gerade bewiesen hat, dass seine Formel aufgeht. Beim LIV Golf-Finale in Johannesburg setzte sich der Amerikaner im ersten Loch des Playoffs gegen den Basken durch, schraubt den zweiten Saisonsieg fest und nagelt Rahm ein weiteres Kapitel „So nah und doch so fern“ an die Stirn.
Rahms zahlen-fluch hält an – vier playoffs, vier niederlagen seit 2020
63 Schläge hatte Rahm am Finaltag hingelegt, drei Schläge besser als DeChambeau, der mit 66 die Runde beendete. Doch die Kikuyu-Gras-Bahnen von Steyn City frisst Selbstvertrauen. Noch auf dem 18. Fairway lag der Spanier mit einem Schlag voran, dann landete seine Annäherung im Bunker, der Putt rutschte rechts vorbei – und die Kugel rollte ins Playoff. Dort wiederholte sich das alte Muster: Rahm trifft die Vorlage, DeChambeau trifft den Nerv. Sein zweiter Drive rutschte links in die Trittschlamm-Zone, doch das Droppen ohne Strafe ebnete den Weg für einen 3-Meter-Eagle, das Rahm nicht mehr beantworten konnte.
Die Statistik wird zum Gefängnis: vier Playoff-Niederlagen in Serie seit dem BMW-Sieg 2020 gegen Dustin Johnson – drei davon in der LIV-Saison, eine auf dem Open de España 2024 gegen Ángel Hidalgo. Der Basken führt zwar weiterhin die Gesamtwertung an (3-1-0-5 als Platzierungen), aber der Masters-Countdown tickt laut. In Augusta gilt: wer nicht zuschlagen kann, wird gefressen.

Crushers holen team-titel – puig, ballester und co. liefern sich rennen hinter dem rennen
Hinter dem Duell der Giganten lieferte das spanische Quartett eine Nebengeschichte ab, die fast ebenso spannend war. David Puig schrammte mit Platz sechs und einer 66er-Runde an der Top-5 vorbei, Josele Ballester (68) wurde Zwölfter, Sergio García (70) Siebzehnter und Luis Masaveu (69) Vierundzwanzigster. Für Puig war es der zweite Top-10-Platz in Folge – ein Aufwärtstrend, der ihn in die Masters-Reihenfolge katapultieren könnte, sollte Rahm vorzeitig patzen.
DeChambeau sichert sich nicht nur das Preisgeld von 4 Millionen Dollar, sondern auch die Teamwertung für seine Crushers GC. Die Kollegen Charles Howell III und Paul Casey dürfen mit jubeln – und der 30-Jährige beweist: Wer die Nerven behält, gewinnt auch die Chemie. Die Physik war ohnehin schon auf seiner Seite.
Die Saison ist noch jung, aber die Botschaft ist klar: In der LIV-Golf-Liga reicht Power allein nicht. Wer den Clutch-Putt vermasselt, fliegt aus der Story – egal, wie viele 63er-Runden davor standen. Für Rahm tickt die Uhr bis Augusta laut. Für DeChambeau tickt sie nach ganz oben.
