Dbbl-chefin amojo: „besserer basketball wird nicht pauschal in den usa gespielt“
Berlin – Eine Einschätzung, die im deutschen Basketball-Kreis für Aufsehen sorgt: Ireti Amojo, die neue Vorstandsvorsitzende der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL), hält es für einen Irrtum, anzunehmen, dass in den USA pauschal besserer Basketball gespielt wird. In einem Gespräch mit dem rbb|24 betonte sie, dass der Wettbewerb und die Professionalität in der Bundesliga verbessert werden müssen, um Spielerinnen zu halten und neue Talente anzuziehen.
Die liga im umbruch: mehr teams, höhere standards
Seit sechs Wochen steht Amojo an der Spitze der DBBL und treibt ehrgeizige Pläne voran. Aktuell besteht die Liga aus zehn Teams, das Ziel ist es, bis zur nächsten Saison auf zwölf zu kommen und perspektivisch sogar 14 Teams zu erreichen. Dabei geht es nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität. Die DBBL arbeitet an der Einführung höherer Standards für die Klubs, darunter ein ordentlicher Parkettboden und LED-Banden. Besonders die aufsteigenden Teams aus der 2. Bundesliga stehen vor finanziellen Herausforderungen bei der Umsetzung dieser Anforderungen.
„Es gibt eine große Heterogenität der Vereine und Standorte“, so Amojo, und betont die Bedeutung sowohl kleiner als auch großer Standorte für den Frauenbasketball in Deutschland. Ein Leuchtturm soll dabei die deutsche Nationalmannschaft sein, deren Erfolg zur Popularisierung der Sportart beitragen kann.

Die wm als chance und die herausforderung der talentbindung
Die bevorstehende Basketball-WM in Berlin im September bietet eine einzigartige Chance, den Frauenbasketball in Deutschland bekannter zu machen und Sponsoren anzuziehen. Amojo sieht jedoch auch die Herausforderung, dass deutsche Spielerinnen oftmals nach dem Abitur an US-amerikanische Universitäten wechseln, um dort höherklassigen Basketball zu spielen. „Man muss sich den Standort und das Umfeld der Spielerin angucken und dann genau überlegen, für welche Spielerin es Sinn macht, ans College zu gehen und für wen es sinnvoller ist, hier in der Bundesliga mit viel Spielzeit und Verantwortung zu spielen.“
Amojo’s Erfahrung als Spielerin für Alba Berlin und ihre Rolle als Koordinatorin für den Mädchen- und Frauenbereich haben ihr ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Vereine und Spielerinnen vermittelt. Sie betont, dass es wichtig ist, einen gemeinsamen Weg für die Liga zu finden und nicht nur auf die Perspektive eines einzelnen Vereins zu schauen.
Die Liga will im Unterbau wachsen, mehr Talente fördern, die sich hier weiterentwickeln wollen, und gleichzeitig das Niveau in der Spitze steigern. Dabei sind spanische und französische Ligen als Maßstab gesetzt. Es gilt, die besten Spielerinnen zu halten, aber auch Talente nach Deutschland zu ziehen und die Liga attraktiver zu gestalten.
