Davos: holden bautisiert eine neue ära – nachfolger von del curto gefunden?

Nach Jahren der Ernüchterung in der Landwassertalhalle scheint der HC Davos endlich wieder auf dem richtigen Weg zu sein. Mit Josh Holden an der Bande ist das Team dem Gewinn des 32. Meistertitels näher als je zuvor. Doch der Weg dahin war steinig und von Zweifeln geprägt – eine Geschichte, die weit über die Bündner Berge hinausweist.

Die bürde eines legenden-nachfolgers

Der Schatten von Arno Del Curto lastete lange auf dem HC Davos. Nach seinem Abgang im Jahr 2015 suchte der Verein vergeblich nach einem würdigen Nachfolger. Christian Wohlwend versuchte zwar den Erfolgskurs fortzusetzen, scheiterte aber letztendlich an der Konstanz und der Konkurrenz aus Zug und Zürich. Die Playoff-Finals blieben unerreichbar, die Fans enttäuscht.

Dann kam Josh Holden, ein Name, der beim Amtsantritt in Davos für Stirnrunzeln sorgte. Ein ehemaliger Co-Trainer von EV Zug, bekannt für seine provokante Spielweise, sollte nun die Bündner zum Erfolg führen? Die Zweifel waren groß, die Erwartungen hoch.

Die ersten Schritte waren holprig – die Misstöne waren in der gesamten Region zu hören. Doch Holden ließ sich nicht entmutigen. Er brachte seine eigene Philosophie mit, einen intensiven Eishockeystil, der an die Traditionen des HCD anknüpfen sollte. Und langsam, aber sicher, begann sich das Blatt zu wenden.

Von der enttäuschung zum aufbruch

Von der enttäuschung zum aufbruch

Zunächst gab es lediglich kleinere Erfolge, achtbare Ergebnisse in den entscheidenden Saisonphasen. Ein 3:4 gegen Lausanne im Viertelfinale, ein 2:4 gegen Zürich im Halbfinale – Zeichen, dass der HCD wieder konkurrenzfähig war. Aber es fehlte noch die Konstanz, die nötige Durchschlagskraft, um den ganz großen Wurf zu machen.

Der Sommer 2023 brachte dann die Wende. Holden formte aus dem HC Davos eine nochmals gefestigtere Einheit. Die Regular Season wurde mit großem Abstand gewonnen, die Playoffs dominiert. Der Gegner im Finale, der HC Fribourg-Gotteron, erwies sich jedoch als unlösbare Aufgabe. Die Entscheidung fiel erst in der Overtime, der „Belle“ – ein schmerzhafter Moment für die Davoser.

Die bittere Pille schmeckte doppelt so schlecht, denn der Weg ins Finale war alles andere als einfach gewesen. Der HCD musste als Qualifikationssieger gegen den Achten, den Vierten und den Zweiten spielen – eine Mammutaufgabe, die nur mit einer herausragenden Leistung zu bewältigen war.

Die nächste generation stellt sich vor

Die nächste generation stellt sich vor

Die nächste Saison wird entscheidend sein. Holden steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Er muss aus den Ruinen der Finalniederlage eine neue Meistermannschaft formen. Denn gleich mehrere Stützen des Teams verlassen den Verein. Matej Stransky kehrt nach Tschechien zurück, Simon Knak wird bei den ZSC Lions spielen, Davyd Barandun zieht es zum SC Bern und Michael Fora zum Lausanne HC. Die Abgänge sind enorm, die Lücke, die sie hinterlassen, schwer zu füllen.

Doch Holden ist kein Mann, der vor Herausforderungen zurückschreckt. Er wird aus dieser Notwendigkeit eine Tugend machen und den jungen Spielern die Chance geben, sich zu beweisen. Die Bündner haben den Erfolgshunger bewiesen, die Leidenschaft für den Eishockey-Sport im Blut. Die Antwort auf Arno Del Curto? Das wird die nächste Saison zeigen. Aber eines ist klar: Der HC Davos ist wieder auf dem Vormarsch und bereit, um den Titel zu kämpfen.