Davies fällt für kanada aus – marsch lässt star in münchen fit machen
Alphonso Davies bleibt in München. Der Flügelflitzer von Bayern wird die Kanada-Länderspiele Ende März und Anfang April verpassen, wie Nationaltrainer Jesse Marsch am Donnerstag gegenüber TSN bestätigte. Die Zerrung im rechten hinteren Oberschenkel, die sich der 25-Jährige im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atalanta zuzog, wirkt noch nach – und Marsch will kein Risiko eingehen.
„Wir lassen ihn in münchen, damit er zu 100 prozent zurückkommt“
„Er wird im März wahrscheinlich nicht dabei sein, was aber in Ordnung ist“, sagte der ehemalige Leipziger Coach. „Wir werden ihn in München lassen und dafür sorgen, dass er wieder vollständig fit wird.“ Die Entscheidung fällt schwer, doch Marsch sieht keinen Spielraum: Nach dem Kreuzbandriss im Vorjahr und einem Muskelfaserriss im Februar ist Davies’ Körper noch in der Rekonvaleszenz. Noch ein Rückschlag könnte den Kreisel wieder in Bewegung setzen.
Die Zeitlinie: zwei, maximal drei Wochen Pause. Klingt harmlos, ist es aber nicht. Denn Kanada steht vor der heißen Phase der WM-Vorbereitung. Am 28. März testet das Team gegen Island, vier Tage später folgt Tunesien. Beide Spiele dienen als Feinjustierung für den Sommer, wenn die Kanadier gemeinsam mit den USA und Mexiko die WM ausrichten – und Davies als Aushängeschild der „Canucks“ eigentlich Leuchtfeuer sein soll.

Frust beim star, plan bei bayern
„Ich habe heute mit ihm gesprochen. Er ist natürlich niedergeschlagen“, beschreibt Marsch das Gespräch mit seinem Schlüsselspieler. „Aber er weiß auch: Diese Verletzung ist ein Klacks gegen das, was er vor einem Monat hatte.“ Bei Bayern atmet man auf. „Es hätte schlimmer kommen können“, sagte Vincent Kompany vor dem Topspiel gegen Leverkusen. Die Länderspielpause kommt für den Rekordmeister wie gerufen – Chance, den Kanadier vollständig zu schonen.
Marsch’ Appell an Davies klingt wie ein Mantra: „Einfach positiv bleiben. Du wirst wieder fit. Du bist jung. Du bist stark.“ Doch hinter den Worten schwingt ein zweiter Ton mit: Kanada braucht seinen Superstar gesund, nicht nur für Freundschaftsspiele, sondern für das große Ziel im eigenen Land. Ohne Davies verliert die Mannschaft an Durchschlagskraft, an Tempo, an Strahlkraft.
Die WM rückt näher. Und mit ihr die Erkenntnis: Ein gesunder Davies ist mehr wert als zwei Testspiele gegen Island und Tunesien. Marsch zockt auf Zeit – und Davies bleibt in München, wo man weiß, wie man Stars wieder flott bekommt.
