Davies bricht auf dem platz in tränen aus – bayerns alptraum kehrt zurück

70 Minuten war er wieder dabei, dann zerbrach Alphonso Davies am Spielfeldrand. Die Tränen kamen im Sturzflug, das Trikot über dem Kopf, die Stimme erstickt. Bayern feierte in Bergamo ein 6:1 – doch die Freunde trösteten nur ihn.

Ein wechsel, der alles versiegelte

Der Kanadier hatte gerade sein Comeback gefeiert, nach zwei Wochen Pause wegen eines Muskelfaserrisses. Vincent Kompany schickte ihn für Konrad Laimer, das Stadion tobte. Dann die Zwickmühle: Davies hielt sich die Oberschenkelrückseite, sank auf die Knie, schlug die Hände vors Gesicht. Kein Schmerzschrei, nur ein leiser Fluch. Jonathan Tah und Leon Goretzka packten ihn an den Schultern, Kompany drückte ihn an der Seitenlinie an sich. Die Kamera schwenkte weg – zu spät. Die Bilder gingen um die Welt.

Tom Bischof kam, Davies ging. In die Katakomben, begleitet von zwei Physiotherapeuten. Wer ihn sah, wusste: Diese Verletzung ist nicht nur ein Körperproblem. Der 25-Jährige hatte erst im Vorjahr monatelang ausgeguckt, weil das Kreuzband reißt. Nun droht erneut Pause – und Bayern droht der Verlust des wohl explosivsten Außenverteidigers Europas.

Die Zahlen sind hart: seit 2020 drei Muskelfaserrisse, ein Kreuzbandriss, 25 Ausfälle in Pflichtspielen. Die Frage ist nicht mehr, ob Davies lange fehlt, sondern: wie lange. Die Mediziner vermuten erneut eine Zerrung im hinteren Oberschenkel. Eine Diagnose folgt am Mittwoch. Sollte es sich bestätigen, fällt Davies für den Rest der Gruppenphase aus – möglicherweise länger.

Die stunde der wahrheit folgt in münchen

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Bayern reist mit drei Punkten und einem Torverhältnis von 6:1 nach Hause, doch in der Kabine herrscht Betonung. Keiner feiert, alle schauen auf den leeren Platz links hinten. Davies’ Platz. Der Klub wird in den nächsten 48 Stunden entscheiden müssen: Operation, Reha, oder doch nur eine kurze Pause? Für Davies selbst ist die Antwort einfacher: Er will spielen. Sofort. Aber der Körper schreit Stopp.

Die Saison ist jung, die Champions League wird enger. Ohne Davies verliert Bayern Tempo, Tiefe, eine ganze Flügelhälfte. Die Fans singen zwar „Mia san mia“ – doch im Block 114 steht ein Plakat still: „Come back stronger, Phonzie.“ Darunter ein einzelnes Wort: „Bitte.“