D'aversa entzaubert lazio: torino siegt, stürmer erwachen

70 Minuten lang ein Blitz, dann nur noch kontrolliertes Betreten der Eisfläche: Roberto D'Aversas Debüt auf der Torino-Bank wurde zur Gala. 2:0 gegen die Lazio, beide Tore von seinen beiden Angreifern – so stellt man sich den Auftakt in der Serie A vor.

D'aversas dreiklang: positionsspiel, pressing, mut

„Ich habe den Jungs drei einfache Konzepte mitgegeben: engere Räume, sofortiges Gegenpressing und den Mut, die Lücke zwischen den Linien zu suchen“, sagte der Coach nach Abpfiff. „Sie haben es bis zur 70. Minute nahezu perfekt umgesetzt.“ Giovanni Simeone und Duván Zapata erzielten die Treffer – ein Detail, das D'Aversa besonders erfreut. „Vor dem Spiel habe ich ihnen gesagt, dass sie ihr Potenzial zuletzt nicht abgerufen haben. Heute haben sie geantwortet.“

Die Wahl fiel auf ein 3-4-2-1, in dem Simeone als hängende Spitze agierte und Zapata die Spitzenposition besetzte. „Wir wussten, dass Lazio mit dem Ball aufbauen will und zwischen den Linien Lücken entstehen. Giovanni hat diese Räume gesucht wie ein Detektiv“, lobte D'Aversa. Zapata dagegen agierte als Tank im Strafraum, 13 Ballaktionen führten zu vier Abschlüssen – zwei davon im Kasten.

Ilkhan gineitis und die maschine aus turin

Ilkhan gineitis und die maschine aus turin

Im Mittelfeld drehte vor allem Ilkhan Gineitis an der Schaltzentrale. 82 Prozent Passquote, fünf Ballgewinne, ein Gelb wegen wiederholten Foulspiels – ein Kraftakt, der ihn erst in der 74. Minute rauswarf. „Er hätte bis zum Schluss durchlaufen können, aber das Kartenrisiko war zu hoch“, erklärte D'Aversa, ehe er den jungen Griechen auswechselte. Neben ihm lieferte Ivan Ilić eine Rekord-Partie: 91 Ballkontakte, 89 erfolgreiche Pässe – beide Bestwerte des Spiels.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: 16:7 Torschüsse, 1,8 zu 0,6 erwartete Tore, 58 Prozent Ballbesitz. Torino dominierte Lazio in allen Belangen. Die Gäste kamen erst nach der 70. Minute durch Einwechslungen zu Druck, doch die Granata ließ nichts anbrennen. Einziger Wermutstropfen: die gelb-rote Karte für Perr Schuurs nach zwei Fouls binnen acht Minuten – das zwingt D'Aversa zur Umstellung in der Innenverteidigung gegen Bologna.

Cairo jubelt – und plant schon weiter

Cairo jubelt – und plant schon weiter

Präsident Urbano Cairo konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Ein solcher Start gibt dem ganzen Club Auftrieb“, sagte er im Mixed-Zone-Gespräch. „Wir haben den Trainer mit einer klaren Philosophie verpflichtet, und heute haben wir gesehen, wohin das führen kann.“ Für den Geldgeber ist klar: „Wenn die Mannschaft so weiterarbeitet, können wir oben mitmischen.“

Die Tabelle zeigt nach dem Sieg Rang fünf – zwei Punkte hinter dem Vierten. Für D'Aversa ist das kein Zufall. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur Punkte holen, sondern auch Fußball spielen wollen.“ Die nächste Herausforderung folgt schon am Sonntag in Bologna. Die Maschine aus Turin scheint endlich in Fahrt gekommen zu sein – und ihre Stürmer haben das Tor zum Erwachen gefunden.