Darmstadt 98 fisst im verborgenen: talent aus holland soll lilien-offensive verstärken
Darmstadt – Während andere Bundesligisten in hektischen Transferphasen stecken, arbeitet Darmstadt 98 still und methodisch an der Neubesetzung der Offensivreihe. Nach dem Abgang von Isac Lidberg und Fraser Hornby, die für rund acht Millionen Euro Ablöse weg sind, suchen die Lilien nach frischen Kräften – und das mit einer Gelassenheit, die im deutschen Fußball selten zu finden ist.

Verkooijen: ein spielmacher statt eines torjägers
Die Aufregung, die beispielsweise bei der Eintracht durch den Verkauf von Marmoush und Ekitiké entstanden wäre, bleibt in Darmstadt aus. Sportchef Paul Fernie und Trainer Florian Kohfeldt haben die Ruhe bewahrt und arbeiten im Verborgenen an der Zusammenstellung eines schlagkräftigen Kaders. Einer der Namen, die nun immer wieder auftauchen, ist der des 19-jährigen Nicolas Verkooijen vom PSV Eindhoven. Der offensive Mittelfeldspieler soll in dieser Woche Leistungstests absolvieren und könnte bereits am Sonntag beim ersten Training dabei sein.
Verkooijen ist ein gänzlich anderer Spielertyp als der abgegangene Hornby. Während der Schotte vor allem als Torjäger glänzte, ist der junge Niederländer eher ein Spielmacher. Er bringt eine technische Finesse und Kreativität mit, die der Lilien-Offensive neuen Schwung verleihen könnte. Seine bisherige Bilanz in der Eredivisie mag bescheiden sein (zehn Minuten Einsatzzeit), aber sein Auftritt auf der Bank in der Champions League gegen die Bayern zeigt, dass er das Potenzial für mehr hat.
Auch andere Zweitligisten sollen Interesse am U21-Nationalspieler gezeigt haben, was seine gefragte Position und sein Talent unterstreicht. Neben Verkooijen arbeiten die Lilien an weiteren Optionen, darunter der potenzielle Neuzugang Alec Georgen, ein französischer Rechtsverteidiger. Noah Weißhaupt vom SC Freiburg ist bereits als Ersatz für Marco Richter an Bord, und durch die Ausübung der Kaufoptionen bei Grayson Dettoni und Hiroki Akiyama sowie die Integration von Manolo Merx und Milan Herbst aus der eigenen Jugend, wird der Kader weiter stabilisiert.
Die Lilien stehen dank der Einnahmen aus den Transfers von Lidberg und Hornby nicht unter finanziellen Zwängen. Das bedeutet, dass sie sich die besten Spieler leisten können, ohne in Panik zu geraten. Trainer Kohfeldt kann in Ruhe mit seinem Team arbeiten und die Neuzugänge integrieren. Die Verantwortlichen in Darmstadt zeigen, dass man auch in der zweiten Liga mit Köpfchen und Besonnenheit zum Erfolg kommen kann – ohne den großen Medienrummel und die Hysterie, die man von anderen Vereinen kennt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Lilien mit ihrer ruhigen Strategie auch auf dem Platz erfolgreich sein werden.
