Lys raus, deutschland weg: bad homburg verliert sein letztes aushängeschild

Eva Lys verlässt den Court, die Schultern hängen, die Zuschauer halten den Atem an. Drei Matchbälle hat sie sich erkämpft – und alle verschenkt. Mit 6:7 (6:8), 3:6 gegen Emma Navarro ist die einzige deutsche Hauptfeldspielerin bei den Bad Homburg Open Geschichte, bevor das Turnier richtig Fahrt aufnimmt.

Der tiefe fall nach dem tiebreak-drama

Der erste Satz war ein offener Schlagabtausch, in dem Lys ihre Vorhand immer wieder wie eine Peitsche einsetzte und Navarro mit aggressiven Netzangriffen unter Druck setzte. Beim 6:3 im Tiebreak schien der Satz in trockenen Tüchern – dann krachte es. Ein Return von Navarro landet knapp auf der Linie, Lys reagiert zu spät. 6:4. Ein vergebener Smash, ein Doppelfehler, schon steht es 6:6. Als Navarro den letzten Punkt per Vorhandlongline abstaubt, bricht bei Lys kurz die Welt zusammen. Der zweite Satz ist nur noch Formsache.

Die US-Amerikanerin, einst Nummer acht der Welt, zeigt keine Nerven und zieht konsequent ihr Spiel durch. Lys wirkt wie gelähmt, ihre erste Aufschlagquote bricht auf 48 Prozent ein, die Vorhand wird zum Sicherheitsschlag. In nur 78 Minuten ist das Match beendet.

Deutschland-bild bleibt leer

Deutschland-bild bleibt leer

Mit Lys verschwindet auch die letzte deutsche Hoffnung aus dem Turnier, bevor das Wimbledon-Feeling richtig Einzug gehalten hätte. Organisatoren hatten extra eine Wildcard vergeben, um zumindest einen nationalen Namen im Hauptfeld zu wahren. Nun bleibt der Rasen am Gotischen Haus nur noch Schauplatz für internationale Stars.

Navarro trifft nun auf Iga Swiatek – und damit auf eine Gegnerin, deren Rasenpower längst Legendenstatus erreicht hat. Für Lys bleibt nur die bittere Erkenntnis: Die Reise nach Wimbledon wird kürzer als gedacht.

Die Bad Homburg Open aber gehen weiter, mit oder ohne deutsche Beteiligung. Und irgendwo zwischen den Ehrentribünen und den ersten Sommercocktails fragt sich das Publikum: War das schon alles?