Darderi packt mit papa gino: "er war mein vater und coach"
Luciano Darderi, der Shooting-Star des argentinisch-italienischen Tennis, hat in einem exklusiven Interview Einblicke in sein Leben auf der ATP Tour gewährt. Vor allem seine außergewöhnliche Beziehung zu seinem Vater Gino steht im Mittelpunkt – eine Verbindung, die weit über die des üblichen Trainers hinausgeht.
Von santiago nach indian wells: darderis höhen und tiefen
Nach dem gewonnenen Turnier in Santiago, seinem fünften ATP-Titel, steht für Darderi nun die Reise nach Indian Wells an. Er blickt optimistisch auf die Herausforderung, seine Weltranglistenposition weiter zu verbessern. Das Training mit Jannik Sinner, einem Freund und Respektsperson, diente als willkommene Einstimmung auf den harten Boden Kaliforniens.
Doch die Reise verlief nicht ohne Stolpersteine. In Dallas erlebte Darderi nach einem gewonnenen ersten Satz gegen Hijikata eine heftige Magenverstimmung, die ihm die Kraft raubte. Ein umstrittener Pfiff und der verpasste Matchpoint ließen ihn frustriert zurück. "Es ist so im Tennis“, kommentiert Darderi, „man muss immer wieder von vorne anfangen.“

Die unzerbrechliche bindung zu gino: mehr als nur tennis
Was Darderi jedoch antreibt, ist die unerschütterliche Unterstützung seines Vaters Gino. Dieser ist nicht nur sein Trainer, sondern auch eine Vaterfigur, die ihn in seiner Kindheit in vielerlei Hinsicht ersetzt hat. „Er war mein Vater und meine Mutter“, gesteht Darderi emotional. Die täglichen Telefonate, die detaillierten Match-Analysen und die unaufhörliche Motivation, die Gino ihm gibt, sind unverzichtbar für seinen Erfolg.
Darderi erinnert sich an die Entbehrungen ihrer gemeinsamen Reise, an nächtliche Übernachtungen im Auto und an die kreative Beschaffung von Essen, um die Reisekosten zu sparen. Gino, der selbst als Nummer 14 der Welt gespielt hat, hat ihm nicht nur die Grundlagen des Tennis vermittelt, sondern auch die Disziplin und den unbedingten Willen zum Erfolg.
Besonders bewegend ist Darderis Entscheidung, für Italien zu spielen, das Land seines Großvaters und das ihm eine neue Heimat gegeben hat. Er vertraut Gino blind und hat nie in Erwägung gezogen, den Trainer zu wechseln. „Auch nach den Enttäuschungen in Indian Wells und Miami“, so Darderi, „lade ich mich von den positiven Dingen auf – von meinen fünf ATP-Titeln und vor allem von der Nähe zu meinem Vater.“
Vor seinem Abflug nach Marrakesch, wo er seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen will, nutzte Darderi noch die Gelegenheit, auf einem Sandplatz zu trainieren und sich auf die nächste Herausforderung vorzubereiten. „Die Liebe meines Vaters ist grenzenlos“, sagt Darderi, „und dafür bin ich ihm unendlich dankbar.“
Die Geschichte von Luciano Darderi ist mehr als nur die eines talentierten Tennisspielers. Sie ist eine Geschichte von Familie, Opferbereitschaft und der unzerbrechlichen Bindung zwischen Vater und Sohn – eine Verbindung, die ihn auf dem Weg zum Ruhm antreibt. Und sollte er in Marrakesch erneut triumphieren, wird Gino, ohne Zweifel, der Erste sein, der ihm gratuliert – mit einem Lächeln, das Darderi schon so oft zum Weinen gebracht hat.
