Courtois fällt aus – atlético wartet auf reals wunde

Die Stadt Madrid atmet schon am späten Sonntagnachmittag Feuer. 21 Uhr, Estadio Cívitas Metropolitano, Derbi madrileño. Real muss gewinnen, um den Titelanspruch nicht zur Farce werden zu lassen. Doch die erste Hiobsbotschaft schlug am Samstag ein: Thibaut Courtois wird fehlen. Oberschenkel, Diagnose offen, Stimmung grau.

Was der ausfall für ancelotti und lunin bedeutet

Der Belgier verließ nach 45 Minuten gegen Manchester City den Rasen, die spanische Sportpresse spricht von „sehr ernsten Signalen“. Für Andrij Lunin ist das die Tür, die er sich seit drei Jahren mit der Faust aufstoßen wollte. 27 Jahre, 13 Pflichtspieleinsätze in dieser Saison – jetzt wird er zum Riesen. Atlético kennt seine Schwächen: zu früh heraus, zu spät im Spielaufbau. Simeones Analysten haben die Clips schon zehnmal durchgespult.

Die Zahlen sind brutal. Ohne Courtois kassierte Real in den letzten beiden Spielzeiten 1,8 Tore pro Partie – mit ihm 0,7. Das ist kein statistisches Beiwerk, sondern die Differenz zwischen Meister und Abgesang. Ancelotti wird vor der Kabine stehen und dieselbe Rede halten wie vor zwei Wochen gegen City: „Kontrolle, Tempo, Keilfalle.“ Aber wenn Lunin den ersten Ball nicht sauber wegkriegt, pfeifen 68 000 Atléticos den Herzschlag aus der Arena.

Atlético hat den geschmack von blut geweckt

Atlético hat den geschmack von blut geweckt

Die Rojiblancos kommen mit einem 5:2-Sieg im Rücken, der noch unter der Haut brennt. Morata und Griezmann lieferten gegen Tottenham ein Lehrstück in Kaltblütigkeit, und Simeone hat inzwischen gelernt, wie man Real nicht nur tritt, sondern zerlegt. Sein Plan: linksüberlastung durch Carrasco, Luka Modrić früh einkesseln, Valverde in die Spur drängen, wo er am unbequemsten ist. Die Statistik? Dreimal in Folge blieb Real ohne Sieg gegen Atlético – das gab es zuletzt 1999.

Und dann ist da noch Vinícius Júnior. Der Brasilianer war gegen City der Zünder, aber Atlético weiß: Wenn man ihn in die Dreiecke zwingt, wird er unruhig. Hermoso und Savic haben sich in den letzten Tagen auf intensives Körpertreffen vorbereitet. 17 Fouls in den letzten drei Derbis – die Schiedsrichter haben die Zahlnadel schon bereit.

Bayern lauert, das derby entscheidet mehr als drei punkte

Bayern lauert, das derby entscheidet mehr als drei punkte

Hinter dem Horizont wartet der FC Bayern, Quartett der Verdrossenen. Harry Kane sagte gestern im mixed zone: „Wir fürchten niemanden, auch nicht Madrid ohne Keeper.“ Das klang nach Kampfansage, aber intern wissen die Bayern: Fällt Real an diesem Wochenende, haben sie die Möglichkeit, den Gegner psychologisch zu zerreißen, bevor das Viertelfinale überhaupt losgeht.

Die Anstoßzeit ist kein Zufall. 21 Uhr ist in Spanien Primetime – und genau da, wenn die Lichter der Skyline flackern, wird sichtbar, ob Real noch die Aura des Unbesiegbaren besitzt. Oder ob Atlético die Machtfrage stellt und Ancelotti in den letzten Apriltagen die Koffer packt.

DAZN überträgt ab 20.40 Uhr, der Countdown läuft. Wer am Sonntag nicht zusieht, verpasst nicht nur ein Fußballspiel, sondern die Geburtsstunde eines neuen Machtgefüges in Madrid. Für Lunin beginnt um 21.00 Uhr eine Karriere im 90-Minuten-Format – und für Atlético eine Saison, die endlich wieder ein Meisterstück werden könnte.