Courchevel wird zum notfall-finale: schweiz setzt auf alte garde statt youngster
Keine Experimente, nur Punkte. Swiss-Ski schickt elf bewährte Gesichter nach Courchevel, wo am Freitag ein Super-G aus der Mottenkiste fällt – Garmisch musste wegen Schmuddelwetter passen. Die Devise lautet: Podest oder nichts. Die Zeit für Schonfristen ist vorbei.
Die letzte abfahrtsbahn entscheidet über boisset und zulauf
Mittwoch, 11:30 Uhr, Streif-Training. Wer hier nicht top zehn fährt, fliegt raus. Arnaud Boisset und Gaël Zulauf kennen die Regel. Beide haben genug Punkte, um nicht zu schwitzen, aber zu wenig, um zu entspannen. Die Startnummer wird zur Glückszahl. Dahinter lauert Niels Hintermann, der in Garmisch seine Ski nicht angefasst hat – Magen, Rücken, Kopf, alles drin, sagt er nur.
Marco Odermatt und Franjo von Allmen führen das Aufgebot an, als hätten sie nie anders gearbeitet. Beide könnten mit einem Handstand noch Punkten, trotzdem sind sie da. Warum? Weil Courchevel ein Gedächtnis hat. Wer hier stürzt, fliegt im Finale in Lillehammer hinten raus. Die Rechnung ist simpel: Risiko runter, Konstanz rauf.

Rösti zittert um die letzte plane nach norwegen
Lars Rösti ist 24. im Abfahrtscup, vier Punkte vor dem Cut. Crans-Montana rettete ihn mit Platz fünf, doch die Konkurrenz schläft nicht. Justin Murisier war in Garmisch nur Zuschauer, seine Saison droht zu kippen. Ein Top-Resultat in Courchevel wäre keine Trendwende, sondern ein Rettungsanker.
Fixplätze garantieren nichts. Livio Hiltbrand und Alessio Miggiano tragen das Schild „Nationengruppe“, müssen aber trotzdem liefern. Swiss-Ski hat die Kalkulation offen gelegt: Wer im Training nicht zulegt, darf im Rennen zusehen. Die Elf wird zur Zehn, die Zehn zur Acht – olympisch kalt.
Courchevel ist kein Zusatzprogramm, sondern die letzte echte Hürde vor dem Finale. Wer hier patzt, fliegt nicht nur raus, sondern raus aus dem Kopf. Die Schweiz verzichtet auf Jungstars, setzt auf Erfahrung. Die Botschaft ist klar: Erst die Punkte, dann die Zukunft. Und die Zeit läuft schon – pro Runde ein Hundertstel, pro Fehler eine Saison.
