Courchevel verrückt: abfahrt wird um 24 stunden vorgezogen – odermatts showdown rückt näher
Die Lawine rollt früher. Courchevels Männer-Abfahrt springt vom Samstag auf Freitag, 11 Uhr – ein Tag, der über Titel, Prestige und Mikroclimate entscheidt.
Der wettergott zwingt die fis umdisponieren
Der Befund ist eindeutig: Schnee und Sturm kündigen sich für das Wochenende an. Die FIS zog am Mittwochnachmittag die Notbremse, stapelte das Programm neu. Resultat: Freitag Abfahrt, Samstag Super-G, Sonntag erneut Super-G. Drei Rennen, zwei Tage, ein Champion im Visier – Marco Odermatt.
Für den Schweizer ist Courchevel die letzte Station vor dem Weltcup-Finale in Saalbach. Mit einem Podest in der Abfahrt könnte er die kleine Kristallkugel fixieren. Noch fehlen 76 Punkte auf Cameron Wemyss, theoretisch machbar, realistisch mit seiner Speed-Form: sehr.

Christian moser liefert die bilder, die fis liefert den stress
Der fotografische Beweis aus dem GEPA-Pool zeigt Odermatt in der flachen Streif-Pose, als wäre schon alles klar. Doch die Logistik dahinter ist alles andere entspannt. Teams müssen Hotelzimmer umbuchen, Ski umbauen, Startnummern neu verhandeln. Ein Tag weniger Regenerationszeit – für die Athleten ein mentaler Seiltanz.
Die Franzosen wittern ihre Chance. Johan Clarey will sich mit 43 Jahren in seinem letzten Weltcupwinter verabschieden, Matthieu Bailet träumt vom ersten Sieg. Und Daniel Yule? Der Slalom-Spezialist schaut neidisch auf die Speed-Strecke, seine 1:24-Trainingszeit bleibt ein Trostpreis.
Die Uhr tickt. Am Samstag geht’s um 11 Uhr in den Super-G, am Sonntag um 10.45 Uhr in den zweiten. Wer dann noch Punkte sammelt, fliegt nach Saalbach. Wer nicht, bucht schon den Heimflug. In Courchevel wird nicht nur um Sekunden gekämpft, sondern um Millisekunden, die über Saisonenden und Karrieren entscheiden.
