Courchevel verlegt abfahrt – odermatts showdown beginnt schon am freitag

Die Alpen schlagen zurück. Statt Samstag wird in Courchevel bereits am Freitag um 11.00 Uhr die vorletzte Männer-Abfahrt dieser Saison gefahren – und niemand ist erstaunter als die Wetterfrösche selbst.

Meteorologen zwingen fis zum kurswechsel

Meteorologen zwingen fis zum kurswechsel

Die Prognose für das Wochenende liest sich wie ein Horror-Skript: Schnee, Nebel, Wind. Die FIS reagierte am Mittwochmittag mit der Verlegung, die den kompletten Zeitplan durcheinanderwirbelt. Der erste Super-G rutscht auf Samstag (11.00 Uhr), der zweite bleibt am Sonntag (10.45 Uhr) – ein Puzzle, das die Techniker kaum mehr zusammenhalten.

Marco Odermatt reist als living legend an. 48 Stunden früher als geplant kann der Schweizer in der Abfahrt und im Super-G die Disziplin-Kronen sowie die große Kristallkugel komplett einpacken. Sein Vorsprung vor Aleksander Aamodt Kilde: scheinbar komfortabel, doch in der Speed-Truppe kann eine Flüchtigkeit die Tabelle auf den Kopf stellen.

Für Christian Moser, den Österreicher hinter der Linse, wird es ein Marathon. Drei Tage, drei Rennen, kein Spielraum für Lichtpatzer. Die GEPA-Crew hat bereits Zusatzakkus und Wärmekissen gepackt – bei minus 18 Grad Celsius auf 2 000 Metern wird jede Sekunde zur Eisfalle.

Die Athleten reagieren mit gemischten Gefühlen. „Früher Start bedeutet kürere Regeneration“, murrt ein deutscher Trainer, der seinen Schützling lieber zwei Tage länger hätte schlafen lassen. Doch genau diese Hektik kann Odermatts Vorteil sein: Er fuhr diese Saison acht Mal aufs Podest, wenn die Organisatoren den Kalender neu sortierten.

Courchevel ist Endstation vor dem Finale in Soldeu. Wer hier punkten will, muss Risiken eingehen – und die Piste „Stade de la Loze“ straft jeden Fehler gnadenlos. Die Steigung von 29 Grad im oberen Teil frisst die Beine, die flache Auslaufzone verlangt perfektes Gleiten. Ein Zahn zu viel an der Kante, und der Traum vom Podest zerbröselt im Schneestaub.

Die Uhr tickt. Am Freitag, 11.00 Uhr, geht’s los. Kein Zurück mehr. Für Odermatt ist es die Chance, die Saison vorzeitig zu Ende zu bringen – für seine Verfolger die letzte, um die Bombe zu zünden. Die Alpen haben das Wort. Und das Thermometer zeigt minus 20.