Courchevel sagt ab – odermatts super-g-kristall schon so gut wie sicher

Neuschnee, Nebel, kein Durchkommen: Der Super-G der Männer in Courchevel fiel dem Wetter zum Opfer. Der Entscheid kam kurz nach sieben Uhr, als die Sicht unter 50 Meter sank und die Piste unter einer weichen, aber gefährlichen Schneedecke verschwand. Für die Organisatoren war klar: Sicherheit geht vor, auch wenn damit das zweite Rennen in Serie ausfällt – nach dem bereits abgesagten Super-G von Garmisch-Partenkirchen.

Der zeitplan rächt sich

Der Samstag sollte eigentlich die letzte Bewegung ins Weltcup-Kalender-Karo bringen. Stattdessen bleibt das Feld in den französischen Alpen stehen, während Marco Odermatt längst die nächste Trophäe einpackt. Mit 158 Punkten Vorsprung auf Vincent Kriechmayr und nur noch zwei Läufen im Programm ist die kleine Kristallkugel im Super-G so gut wie zugeschnürt. Die Rechnung ist simpel: Selbst wenn der Schweizer beimal nicht ins Ziel findet, müsste der Österreicher zweimal siegen und dabei die nötigen Bonuspunkte kassieren – ein Szenario, das selbst Optimisten als „sehr abenteuerlich“ bezeichnen.

Doch der 26-Jährige gibt sich nach außen gelassen. „Ich fahre nicht mit dem Taschenrechner“, sagte Odermatt nach seiner Abfahrts-Krone am Freitag. Für ihn zählt nur das nächste Starttor – und das steht nun auf morgen früh. Die Wetterlage bleibt prekär: Leichter Schneefall ist weiterhin angesagt, die Temperatur pendelt sich knapp unter null ein. Die Rennleitung will kurzfristig entscheiden, ob ein Start um 11.00 Uhr möglich ist oder ob die Saison im Super-G schon heute zu Ende ist.

Was das ausfall-duo bedeutet

Was das ausfall-duo bedeutet

Die Folgen sind doppelt bitter. Zum einen entfällt wertvolses Punkte-Futter für die Verfolger, die im Kampf um die Gesamtwertung noch Luft nach oben suchten. Zum anderen verliert der Weltcup ein weiteres Spektakel kurz vor der WM in Saalbach. TV-Partner, Sponsoren und Fans müssen erneut mit kurzfristigen Programm-Umschichtungen leben, während die Athleten auf der Tribüne sitzen und ihre Wettkampf-Adrenalin ungenutzt verpufft. „Wir sind Profis, aber wir sind auch Menschen“, sagte Kriechmayr. „Jede Absage schluckt Energie.“

Für die Technik-Teams heißt das: Ski einpacken, Wachs-Strategie über Bord werfen und auf Sonntag hoffen. Die Wintersaison 2023/24 endet also nicht mit einem Knall, sondern mit einem leisen Surren: dem Geräusch von Schneekanonen, die den Hang in Courchevel weiß einfärben – und von Weltcup-Punkten, die still in der Abseitsfahrt verschwinden.