Cottbus dreht spät den spieß – stuttgarter zweitvertretung kasszt heimklatsche
Die Lausitzer kamen, sahen und siegten – dank zweier Joker und einem späten Handelfmeter. Energie Cottbus schlägt den VfB Stuttgart II 2:1 und bleibt dicht hinter Spitzenreiter Osnabrück. Die Schwaben verlieren innerhalb von vier Minuten eine souverän verteidigte Führung und rutschen tiefer ins Mittelmaß.
Rasante wende nach der pause
Nach zähem ersten Durchgang war es Mansour Ouro-Tagba, der die Stuttgarter Hoffnung entzündete. Sein Kopfball-Debüt-Treffer nach 51 Minuten schien die Partie zu entscheiden, doch Cottbus antwortete mit dem nötigen Quentchen Glück und jeder Menge Willen. Schiedsrichter Nouhoum ahndete eine Hand-Strafraum-Situation gegen Di Benedetto – Cigerci ließ sich die Chance nicht nehmen. Nur vier Minuten später schob Borgmann den Querpass von eben jenem Cigerci zum Siegtreffer ein. Stuttgart wirkte wie gelähmt, Cottbus wie entfesselt.
Keeper Florian Hellstern verhinderte mit drei Glanzparaden noch Schlimmeres für den VfB, der sich in der Schlussphase zwar stemmte, aber dem finalen Freßle-Freistoß in der Mauer das Genick brach. Die Fans verließen die Gäste-Blöcke jubelnd, während im Heimblock der Frust saß.

Tabellenblick: cottbus sprintet, stuttgart strauchelt
Mit 52 Punkten festigt Energie Rang zwei und legt den Grundstein für das Ost-Duell gegen Hansa Rostock am Samstag. Stuttgart bleibt bei 35 Zählern und kann den Blick nicht von den Abstiegsrängen abwenden – elf Punkte Vorsprung klingt beruhigend, doch die Formkurve zeigt nach unten. In Wiesbaden winkt nun die nächste schwere Aufgabe.
Der SSV Ulm indes verpasst im Parallelspiel die große Befreiung. Nach Dajakus Führungstreffer dreht die TSG Hoffenheim II durch Zeitlers Doppelpack und Henckes späten Nagel den Spieß. Der Abstand zur rettenden Bank bleibt bei vier Punkten – für Ultras und Spieler ein Déjà-vu der schmerzhaften Sorte.
Die 3. Liga liefert wieder das, was sie verspricht: dramatische Handelfmeter, Joker-Treffer und Tabellen-Beben. Für Cottbus beginnt jetzt die heiße Phase im Aufstiegsrennen, Stuttgart muss sich fragen, wie lange noch die Reserve den Klassenverbleib sichern kann.
