Cosmi stürmt das feld: ein rückblick auf die glorreiche perugia-ära

Ravenna bebte, als Serse Cosmi, der Trainer von Salernitana, im Jubel über den Sieg in den Auslaufbereich stürmte. Doch dieser Moment war mehr als nur ein Ausdruck sportlicher Freude – er entfachte Erinnerungen an eine Ära, die viele Fußballfans in Italien nicht vergessen können: das Perugia der frühen 2000er Jahre.

Die rückkehr des „cappellino“-trainers

Die rückkehr des „cappellino“-trainers

Wer erinnert sich nicht an „Mai dire gol“, an Crozza, an den legendären Ruf „Liveraaaaaani!“, an die extravaganten Hüte und die skurrilen Transferbemühungen von Gaucci, der zwei schwedische Fußballerinnen unter Vertrag nehmen wollte? Der Perugia-Kader der damaligen Zeit war ein Sammelsurium aus Exoten: der Koreaner Ahn, der Chinese Ma Mingyu, der versehentlich verpflichtet wurde, und der Iraner Rezaei, dessen Verpflichtung von einem Teppichhändler vorgeschlagen wurde. Cosmi war der Mann, der dieses bunte Ensemble zu einem funktionierenden Team formte.

Doch Cosmi ist mehr als nur eine skurrile Figur. Er ist ein erfahrener Trainer, der Grosso und Materazzi zu Leistungsträgern geformt hat. Seine taktische Flexibilität und sein Gespür für Talente sind unbestritten.

Das Perugia der Cosmi-Ära spielte attraktiven Fußball. Das 3-5-2-System wurde zum Vorbild für viele andere Mannschaften. Unter seinem Hut, so zu sagen, verbarg sich ein exzellenter Taktiker, der es verstand, aus vermeintlich aussichtslosen Spielern das Beste herauszuholen. Er besiegte Milan und Juventus, erreichte die UEFA-Zone und gewann den Intertoto-Pokal – trotz der jährlichen Umstrukturierungen des Kaders und des Drucks, stets Plusvalenzen zu generieren. Pieri, für 50 Millionen Lire gekauft und für 18,5 Milliarden Lire verkauft, war nur ein Beispiel für die geschickten Transfers der Cosmi-Zeit.

Der zwanzigste Jahrestag der Weltmeisterschaft 2006 erinnert uns daran, dass wir Cosmi dankbar sein sollten, denn er verwandelte Grosso, einen talentlosen Außenspieler, in den Helden des entscheidenden Elfmeterschusses. Und in seiner ersten Zeit in Perugia erzielte Materazzi unglaubliche 12 Tore, bereit für seine Rolle als Torschütze in Berlin.

Cosmi, der sich bereits in einem Theaterstück über sein Leben geäußert hat, ist zurück auf der Trainerbank – ein Gefühl, das dem Fahrradfahren ähnelt, wie er selbst sagt: man vergisst es nie. Am Sonntag trifft er im Halbfinale auf Brescia, ein weiteres Kapitel seiner bewegten Karriere. Ohne seinen berühmten Hut, aber mit der Weisheit eines 68-jährigen Mannes und dem Blick eines Großvaters auf seinen Enkel Blue.

Die Zeiten haben sich geändert. Cosmi stört nun niemanden mehr mit seinen exzentrischen Aktionen. Er ist ein erfahrener Trainer, der weiß, wie man gewinnt – und das ist, was wirklich zählt.