Giro d’italia: vingegaard unter druck – pellizzari in frage?

Chiavari – Jonas Vingegaard, der vermeintliche Star des Giro d’Italia, muss sich anscheinend mehr anstrengen, als zunächst angenommen. Der Däne liegt zwar lediglich 33 Sekunden hinter der Maglia Rosa, doch seine bisherige Leistung wirft Fragen auf. Während Tadej Pogacar im Vorjahr mit einer beeindruckenden Dominanz glänzte, gestaltet sich Vingegaard’s Rennen deutlich kampfbetonter.

Die schatten des vorjahres

Pogacar’s Auftritt im vergangenen Jahr war schlichtweg herausragend: sechs Etappen gewonnen, die maglia rosa über fast die gesamte Rundfahrt getragen und ein Vorsprung von fast zehn Minuten auf den Zweitplatzierten. Ein solches Ausmaß an Überlegenheit erlebte der Giro schon lange nicht mehr. Vingegaard, der ebenfalls zwei Etappen für sich entscheiden konnte – die Bergwertungen am Blockhaus und in Corno alle Scale – scheint diesen Standard noch nicht erreicht zu haben.

Ein entscheidender Unterschied liegt in der Art und Weise, wie die beiden Fahrer ihre Rennen bestritten. Pogacar demonstrierte von Anfang an eine schier unbändige Kraft, die seine Konkurrenten förmlich einknickte. Vingegaard hingegen wirkt etwas zögerlicher, tastet sich ab und scheint noch nicht vollends überzeugt von seiner Form. Die anstehende Bergwertung in Pila am Samstag könnte den Ausschlag geben, wo sich seine Rivalen sicherlich versuchen werden, ihn unter Druck zu setzen.

Pellizzari: hoffnungsträger oder fehlstart?

Pellizzari: hoffnungsträger oder fehlstart?

Die Frage, ob Giulio Pellizzari seine bisher gezeigte Form bestätigen kann, beschäftigt die Experten. Der junge italienische Fahrer sorgte mit einigen starken Leistungen für Aufsehen, doch ob er langfristig mithalten kann, bleibt abzuwarten. Seine Leistung wird genau unter die Lupe genommen, denn eine Neuorientierung könnte für ihn von Vorteil sein.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob Vingegaard seine bisherige Formsteigerung fortsetzen kann oder ob er tatsächlich einem unerwarteten Konkurrenten weichen muss. Die Fans dürfen auf jeden Fall ein spannendes Finale des Giro d’Italia erwarten. Die Luft ist dünn, die Konkurrenz schläft nicht.