Conte feiert mit oscar-gewinner sorrentino: napoli siegt, marechiaro strahlt

Antonio Conte ließ den Milan-Bezwinger im Stadio Diego Armando Maradona zurück, fuhr aber nicht nach Hause. Er bestellte einen Tisch in Marechiaro, bestellte Vongole und bestellte Gesellschaft: Paolo Sorrentino, Regisseur und Napoli-Ultra, kam mit dem Oscar in der Brusttasche an. Das 2:0 gegen Milan war 90 Minuten alt, als die beiden Neapler Ikonen im Cicciotto anstoßten – auf die Befreiung von der Krise, auf die Jagd auf Inter, auf sich selbst.

Marechiaro wird zur kulisse für den „sorpasso“

Das Restaurant liegt wie ein Amphitheater über dem Golf. Gischt schlägt gegen Felsen, Möwen kreischen, ein Kater döst auf der Mauer – Sorrentino hätte kein besseres Set finden können. Conte trug noch Trainingsjacke und Siegeslächeln, seine Frau Elisabetta hielt seine Hand, der Besitzer servierte den Fisch, den der Trainer seit Jahren als ersten nach jedem Heimsieg bestellt. Die Gäste fotografierten, die Gäste flüsterten: „Wenn er hier isst, wird es am Wochenende drei Punkte.“

Der Regisseur hatte das Spiel von der Tribüne aus verfolgt, neben Toni Servillo, seinem Lieblingsdarsteller. Beide schrien sich während des zweiten Tors die Stimme heiser. Jetzt saßen sie an einem Tisch, auf dem die Meisterschale der Saison 22/23 als dekorativer Beisteller stand – ein Geschenk des Präsidenten. Sorrentino redete über Schönheit, Conte über Ballbesitzwerte. Die Sonne fiel senkrecht aufs Wasser, das so blau war wie der Dress der Spieler.

130 Jahre gazzetta, ein himmelblauer blick nach vorn

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Dazwischen kursierten die Zahlen: Neapel liegt zwei Punkte hinter Inter, hat aber die bessere Tordifferenz und ein Programm, das keine Reise nach Mailand mehr vorsieht. Die Verletztenliste schrumpft, Kvaratskhelia läuft wieder, Osimhen kehrt nach Ostern zurück. Conte bestellte einen Espresso, rauchte keine Zigarette – er hat seit seiner Ankunft in der Stadt aufgehört – und sagte nur: „Wenn wir bis Mai so weitermachen, fliegt hier nicht nur der Oscar durch die Luft.“

Die Gäste klatschten, als die beiden gingen. Sorrentino signierte Menükarten, Conte zahlte bar. Draußen legte ein Boot an, der Kapitän winkte. Der Trainer winkte zurück, der Regisseur filmte mit dem Handy. Der Nachmittag roch nach Salzwasser und nach Titel. Napoli schläft nicht, Napoli dreht weiter – und Marechiaro hat sein nächstes Drehbuch bereits am Tresen liegen.