Como zerquetscht pisa mit 5:0 – fàbregas’ siegesmaschine rollt weiter

Ein Schlag ins Kontor, ein Fuß aufs Gaspedal: Como 1907 fegt Pisa mit 5:0 vom Platz und schießt sich damit in die Pole-Position des Aufstiegsrennens. Dabei ist das Ergebnis nur die halbe Geschichte. Die andere liefert Cesc Fàbregas, der spanische Chef, der seine Mannschaft in Serie B verwandelt hat in ein Schwarm aus vertikalen Passmustern und kindlicher Spielfreude.

„Fun“ ist kein kampfbegriff, sondern der plan

Nach der fünften Pflichtspiel-Niederlage in Folge klangen die italienischen Kommentare schon wie ein Requiem auf Pisa. Dabei lag das Problem nicht nur in der Defensive, sondern in der Geschwindigkeit, mit der Como die Räume fand. Nico Paz, 19, entzauberte erneut das gegnerische Mittelfeld, sein Tor zum 3:0 war bereits sein viertes in fünf Partien. Der argentinische Juwel, von Real Madrid ausgeliehen, zieht mit links, trifft mit rechts, lächelt wie ein Kind auf dem Schulhof – genau das Bild, das Fàbregas in der Mixed-Zone ausmalte.

„Wenn ich von Spaß spreche, dann meine ich den verantwortungsvollen“, donnerte der Katalane in die Kameras von Sky Italia. „Spaß bedeutet, Zweikämpfe zu gewinnen, den Ball zu laufen und sich auszudrücken.“ Während er sprach, schlug er sich mit der flachen Hand gegen die Brust, als wolle er sich selbst aus dem Körper schütteln. „Wenn ich Mist baue, schluck ich meine eigene Scheiße. Aber meine Jungs sollen frei sein.“ Keine Filter, keine Lippenbekenntnisse – Fàbregas redet, als hätte er WhatsApp endgültig deinstalliert.

Vom serien-d-provinznachbarn zur titelkandidat-maschine

Vom serien-d-provinznachbarn zur titelkandidat-maschine

Vor sechs Jahren schrammte Como noch durch die Regionalliga, finanziert von Freunden, geführt von Idealisten. Heute steht der Klub auf Rang zwei, zwei Punkte hinter Parma, mit der besten Tordifferenz der Liga. Dahinter steckt nicht nur Geld der indonesischen Hartono-Familie, sondern eine Philosophie, die Fàbregas in Kapitel gegliedert hat: hoher Block, halbräume überloaden, Außenverteidiger als Invertierte. Die Zahmen werden wildesten, die Wilden werden klüger.

Den Sieg widmete er Michael Hartono, der verstorbenen Seele des Klubs. „Unsere Champions League ist eine Liga der Werte“, sagte er, die Stimme nun leiser, fast brüchig. „Heute haben wir für Mike gewonnen.“ Die Kurve antwortete mit einem Choreo, der ein halbes Stadion spiegelte: ein schwarz-blaues Herz, darunter die Silhouette des Indone-siers. Como ist mehr als ein Projekt, es ist ein Schuldverhältnis – die Stadt will Rache für Jahre der Bedeutungslosigkeit.

Die Fans feiern, doch Fàbregas warnt. „Ich bin zu ehrlich, das schadet mir“, sagte er und lachte, ohne dass seine Augen mitlachten. „Ich sollte zwei nette Sätze sagen und nach Hause gehen. Aber ich bin jung und leidenschaftlich.“ Bei 90 Pflichtspielen auf der Bank weiß er, dass die Kurve sich bei 500 Spielen anders verhält. Dann zählt kein Sonntagsplausch, sondern nur noch der Titel. Die Maschine läuft, Öl ist genug da – und Fàbregas hat noch viel Scheiße zu schlucken, bevor der Höhenflug endet.