Como: rekordtransfer für paz – kann der hsv-rivale mithalten?
Der FC Como hat einen Transfercoup gelandet, der für Aufsehen sorgt: Nico Paz vom Real Madrid wechselt für eine stolze Ablösesumme von 60 Millionen Euro an den Ufer des Comer Sees. Ein Schachzug, der die Frage aufwirft, ob der ambitionierte Verein tatsächlich in der Lage ist, diesen finanziellen Druck langfristig zu stemmen und in der Champions League zu bestehen – oder ob die UEFA bald genauer hinschauen wird.

Ein milliardenschwerer hintergrund
Hinter dem FC Como steht eine der reichsten Familien der Welt, die Hartonos, mit einem Vermögen von schätzungsweise 44 Milliarden Dollar. Geld scheint in Como kein Problem zu sein, zumindest vorerst. Der Transfer von Paz ist ein klares Signal: Der Verein will in der europäischen Spitze mithalten, und zwar mit allen Mitteln. Doch der Preis dafür könnte hoch sein.
Die Qualifikation für die Champions League bedeutet, dass Como ab der Saison 2026/27 unter die Lupe der UEFA genommen wird. Die Finanzexperten in Nyon werden die Bücher des Vereins genau prüfen, insbesondere im Hinblick auf die sogenannte „Football Earnings Rule“. Diese besagt, dass ein Verein innerhalb von drei Jahren maximal einen Verlust von 60 Millionen Euro (ggf. auf bis zu 70 Millionen Euro erhöhbar) erwirtschaften darf. Und dann ist da noch die „Squad Cost Rule“, die besagt, dass die Personalkosten (Gehälter, Ablösesummen, Agentenprovisionen) maximal 70 Prozent der Einnahmen betragen dürfen.
Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: Im Geschäftsjahr 2023/24, noch in der Serie B, wies Como ein Defizit von 50 Millionen Euro auf. Im ersten Jahr der Serie A schoss das Minus auf 132 Millionen Euro, wobei 105 Millionen Euro allein auf Como 1907 entfielen.
Experten gehen davon aus, dass das Konto im laufenden Geschäftsjahr verbessert wird, aber dennoch ein erhebliches Defizit von etwa 100 Millionen Euro erwartet wird. Selbst wenn man die „virtuosen“ Ausgaben für Nachwuchs, Frauenfußball und Infrastruktur abzieht, wird der dreijährige Zeitraum die zulässige Verlustgrenze deutlich überschreiten.
Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Como mit der UEFA einen „Settlement Agreement“ aushandeln wird, ähnlich wie viele andere italienische Top-Klubs. Das bedeutet, dass der Verein sich zu bestimmten Auflagen verpflichten muss, um die finanziellen Vorgaben der UEFA zu erfüllen – und die Liste der Spieler, die für die Champions League gemeldet werden können, könnte dadurch eingeschränkt werden.
Die UEFA blickt jedoch positiv auf Projekte, die auf rationalen und nachhaltigen Investitionen basieren. Die Hartonos haben seit 2019 bereits 390 Millionen Euro in den Verein investiert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und neue Einnahmequellen zu erschließen. Das Ziel ist klar: Nachhaltigkeit im mittleren bis langfristigen Zeitraum. Ob Como dieses Ziel erreicht, hängt davon ab, ob der Verein weiterhin sportlich erfolgreich ist und gleichzeitig seine Einnahmen steigern kann – insbesondere durch den Verkauf von Spielern. Die Preise für die Champions-League-Tickets und die Nähe zum See bieten dabei zusätzliche Chancen.
Für den Moment ist der FC Como der UEFA noch „unbeschrieben“. Es bleibt abzuwarten, ob der Verein seine ehrgeizigen Ziele erreichen kann, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Investitionen der Hartonos sich auszahlen und Como zu einem festen Bestandteil der europäischen Fußballelite werden.
