Kramer im zdf-studio: „missgunst“ bei der wm-kritik!
Darmstadt – Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft einen Dämpfer gegen Ecuador kassiert, und die Kritik in den Medien und von Fans ist prompt entflammt. Christoph Kramer, WM-Held von 2014 und Experte im ZDF, hat nun scharf reagiert und die Art und Weise, wie über das Team gesprochen wird, scharf verurteilt. Seine Worte sorgten im Studio für Aufsehen.
Der ausbruch des weltmeisters
„Was wir teilweise in den deutschen Medien machen, ist ja wahnwitzig!“, polterte Kramer am Freitagabend im ZDF-Studio, wo er gemeinsam mit Per Mertesacker und Friederike Kromp nach dem 4:1-Sieg Frankreichs gegen Norwegen saß. Der Fokus lag auf der deutschen Mannschaft und der Niederlage gegen Ecuador. Kramer griff die Diskussionen um Bundestrainer Julian Nagelsmann und sein Team auf und ließ seiner Frustration freien Lauf. Er bemängelte insbesondere die Behandlung von Leroy Sané, der nach anfänglicher Kritik nun plötzlich als „einziger Gewinner“ gefeiert wird. „Das kannst du keinem erzählen!“, betonte der 35-Jährige.
Kramer schien eine generelle Tendenz zu erkennen: „Ich habe irgendwie das Gefühl, dass wir wollen, dass unser Nationaltorhüter Manuel Neuer mal patzt, damit wir eine hitzige Torwart-Debatte anregen können.“ Er kritisierte die Schwarz-Weiß-Malerei und plädierte für eine realistischere Betrachtung der Mannschaft. „Es wäre deutlich gesünder für uns alle und vor allem für alle in der Nationalmannschaft, wenn wir da mal ein bisschen realistisch rangehen. Jeder kann sich nur an die eigene Nase packen. Ich habe das Gefühl, dass wir was Missgünstiges haben, und das nervt mich.“

Mertesacker kontert – kramer setzt nach
Per Mertesacker, ebenfalls Weltmeister von 2014, versuchte, Kramer entgegenzuhalten, dass konstruktive Kritik und Verbesserungen wichtig seien. Doch Kramer ließ sich nicht beirren. Er argumentierte, dass die Spieler der Nationalmannschaft Weltklasse-Profis seien, die bei den Top-Vereinen Europas spielen. „Das ist ja nicht so, dass die aus der Bahn geworfen werden, nur weil die mal ein Spiel verloren haben.“
Obwohl er die Kritik am Spiel gegen Ecuador nicht von der Hand wies – „Klar war nicht alles gut gestern. Sogar vieles schlecht. Da müssen wir gar nicht drum herumreden“ – fand Kramer die allgemeine Hysterie übertrieben: „Mir wird das aber trotzdem so ein bisschen … das ist zu viel und zu doll und zu extrem immer.“
Trotz der Niederlage gegen Ecuador hat sich die deutsche Mannschaft als Gruppenerster der Gruppe E für das Sechzehntelfinale qualifiziert, dank der Siege gegen Curaçao (7:1) und die Elfenbeinküste (2:1). Am Montag trifft Deutschland auf Paraguay (ab 22:30 Uhr im LIVETICKER). Die Frage ist: Kann die Mannschaft die gemischten Gefühle im Land hinter sich lassen und den Schwung mit ins Sechzehntelfinale nehmen?
