Como: der kultsong wird zum trikot-statement!
Die Fußballwelt in Como am Lago ist geradezu aus dem Häuschen: Der Verein ehrt den lokalen Musiker Davide Van de Sfroos mit einem speziellen Trikot, das seinen berühmten Song "Pulènta e Galèna Frègia" ziert. Eine Hommage an die Region, an die Fans und an einen Künstler, der Como mehr als nur musikalisch am Herzen liegt.
Van de sfroos: vom torino-fan zum como-idol
Davide Van de Sfroos, der eigentlich in Monza geboren wurde, ist in Como aufgewachsen und hat sein Herz dem lokalen Fußballklub verschrieben. Obwohl er sich als Kind leidenschaftlich für den Torino begeistert, ist Como nun seine große Liebe. Sein Song "Pulènta e Galèna Frègia" ist längst zu einer Art Hymne für die Fans im Sinigaglia-Stadion geworden – ein emotionaler Höhepunkt bei jedem Spiel.
Der 60-jährige Musiker schildert, wie er die Entwicklung des Vereins verfolgt hat. "Ich erinnere mich noch an die Zeiten in der Serie C, als ich als Jugendlicher die Spiele besuchte. Niemand hätte damals ahnen können, was für eine beeindruckende Entwicklung der Verein nehmen würde. Wenn man sich vorstellt, ein Reisender aus der Zukunft würde auf uns treffen, würde er vermutlich die Kriege auf der Welt nicht glauben, aber dafür umso mehr das Como in der Champions League-Zone!"
Doch Van de Sfroos ist kein Mann der großen Versprechen. Er betont die Bedeutung des Trainers und die Wertschätzung für sportliche Fairness in einer Zeit, in der Polemik und Skandale oft im Vordergrund stehen. "Ich mag es, wenn ein Trainer Prinzipien hat, Fehler eingesteht und nicht übermäßig euphorisch ist. Gerade im Profifußball, wo die Sportlichkeit oft untergeht, ist das eine erfrischende Haltung. Die Eintracht in der Mannschaft, die Leidenschaft der Fans – das ist es, was Como so besonders macht.
Obwohl er selbst selten im Stadion ist – "ein großer Fehler von mir, gestehe ich zu!“, so Van de Sfroos – freut er sich über die wiederkehrende Begeisterung der Fans und die wachsende Bedeutung des Sinigaglia-Stadions. „Die Leute gehen wieder gerne ins Stadion, Familien kommen. Die letzten zwei Jahre waren idyllisch, wir haben gesehen, wie die Mannschaft gewachsen ist und dass es sich nicht um eine kurzlebige Modeerscheinung handelt.“
Der Song, der ursprünglich 1999 von den Fans selbst interpretiert wurde, hat für Van de Sfroos eine besondere Bedeutung bekommen. "Es ist kein Inno im eigentlichen Sinne, sondern ein Lied, das von den Fans für die Fans entstanden ist. Es gibt mir ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit Como.

Ein trikot als zeichen der wertschätzung
Die Entscheidung des Vereins, den Song und seine Zeilen auf ein Trikot zu drucken, wertschätzt Van de Sfroos sehr. Er glaubt, dass der Vereinspräsident Suwarso einen „langen und tiefen Blick“ auf die Dinge hat. Das Trikot ist ein Zeichen dafür, dass die Tradition und die lokale Identität des Vereins nicht vergessen werden.
Aktuell blickt Van de Sfroos mit Freude auf die Leistungen von Spielern wie Nico Paz, Baturina und Da Cunha. Besonders beeindruckt ist er von Baturinas stetigem Aufstieg. "Er wächst und wächst, sogar der Panettone wächst nicht so schnell!"
Ob Como es tatsächlich in die Champions League schaffen wird? Van de Sfroos ist da eher zurückhaltend. „Es ist natürlich ein wunderbarer Gedanke, aber vielleicht sollte man es erst einmal in Ruhe angehen. Wir brauchen noch ein angemessenes Stadion, und es wäre vielleicht klüger, sich zuerst auf kleinere Titel zu konzentrieren.“
Das bevorstehende Spiel gegen den Genoa bereitet ihm jedoch Sorgen. „Genoa ist eine Mannschaft, die man fürchten muss. Ihre Geschichte, ihre Hartnäckigkeit und ihre Fähigkeit, einen in den Bann zu ziehen, sind beeindruckend.“
