Collins spürt den riera-effekt: von der dfb-panne zum premier-league-radar

Die Zahl ist ein Schlag ins Gesicht: 89 Prozent Zweikampfquote gegen Heidenheim – und das von einem Spieler, den Julian Nagelsmann nach 45 Minuten in Trnava abbestellt hat. Nnamdi Collins lacht nicht über den DFB-Rückschlag, aber er lacht über die Transfergerüchte. Denn wer ihn die letzten Wochen beobachtet hat, spürt: Der 22-Jährige verwandelt sich unter Albert Riera vom Rohdiamanten mit Startschwierigkeiten zum stabilen Bundesliga-Verteidiger.

Von mann gegen mann statt zone gegen zone

Die Erklärung für die Kehrtwende ist simpel, aber effektiv. Statt wie in der ersten Saisonhälfte verloren in der Zone zu verteidigen, greift Frankfurt jetzt Mann gegen Mann. Collins steht plötzlich „viel enger am Gegner“, wie er selbst sagt – ein Satz, der die komplette taktische Neujustierung unter Riera auf den Punkt bringt. Die Folge: Gegentore sinken, Selbstvertrauen steigt, selbst die eigenen Fans hörten zuletzt wieder „Oh wie ist das schön“ statt Pfiff.

Dabei war der Innenverteidiger lange Zeit das Sinnbild für eine defensiv angekratzten Eintracht. 2022 kickte er noch für Borussia Dortmund II, das Bundesliga-Debüt folgte mit gebrochenem Rücken – und prompt landete er in der Slowakei auf der Tribüne. Die Medien fragten: Ist Collins überhaupt Bundesliga-tauglich? Die Antwort liefert er seit Wochen auf dem Platz, nicht im Interview.

Kristensen und theate fehlen – collins bleibt gesetzt

Kristensen und theate fehlen – collins bleibt gesetzt

Die Personalnot ist sein Glück. Rasmus Kristensen und Arthur Theate fallen verletzt aus, Robin Koch gesperrt. Plötzlich ist Collins nicht mehr Option, sondern Notwendigkeit. Gegen Mainz wird er voraussichtlich wieder Außenbahn spielen, wenn Ellyes Skhiri ins Zentrum rückt. Oder er wandert ins Mittelfeld-Dreieck neben Aurele Amenda. Beide Szenarien zeigen: Riera vertraut dem einstigen BVB-II-Spieler, weil er sich in dessen Spielverständnis und Physis (34,8 km/h Spurt, 1,88 m) keinen Luxus leisten kann.

Die Premier-League-Gerüchte? Collins schmunzelt nur. „Ich habe genauso wenig Ahnung wie ihr“, sagt er und meint damit die Twitter-Debatten, nicht seine eigenen Karrierepläne. Dass er Liverpool-Fan ist, hat er schon vor Monaten verraten. Dass Moussa Sissoko, Berater von Ousmane Dembélé und Ibrahima Konaté, nun seinen Vertrag verwaltet, passt ins Bild. Doch der Fokus liegt auf Frankfurt, auf Platz sieben, auf der Europa-League-Quali. Alles andere wäre „unprofessionell“, sagt er – und klingt dabei wie ein Kapitän, der gerade erst zum Stammplatz gestoßen wurde.

Die Tabelle lügt nicht: Seit Riera das Ruder übernahm, kassierte Frankfurt in neun Spielen nur neun Gegentore – in den ersten neun Partien der Saison waren es 17. Collins war in sieben dieser neun Partien auf dem Platz. Die Zahlen sprechen für sich, der Spieler redet mit den Füßen. Wer jetzt noch fragt, ob er Bundesliga-reif ist, hat die letzten Wochen verschlafen.