Clemenza knackt die 10-tore-marke: juve-sternchen wird serie-c-star
Luca Clemenza schießt sich
in den Dolomiten in neue Fußballwelten – und zeigt Juventus, was sie verpasst. Mit zehn Treffern für FC Dolomiti Bellunesi erlebt der 28-Jährige seine persönlichste Saison, nachdem er einst mit Ronaldo und Dybala trainierte.Die Kurve seines Lebens verläuft steil nach oben, wo andere in Serie C verloren würden. Clemenza trifft, jubelt, organisiert – und erntet Applaus von Fans, die ihn vor zwei Jahren noch gar nicht kannten. „Ich bin angekommen“, sagt er knapp, „und ich will nie mehr weg.“
Vom juve-camp zum kreuzbanddrama
2018 stand er noch im Juventus-Tross, schnappte sich Autogramme von Cristiano Ronaldo und knallte dem Benfica ein Tor in den Winkel. Dann die Rückkehr in die Provinz, zwei Kreuzbandrisse, Vereinswechsel im Akkord. „Die Knie haben mir die Lust genommen, nicht aber den Glauben“, erzählt er zwischen zwei Trainingseinheiten im Belluneser Hochtal.
Die Dolomiten gaben ihm Luft statt Alptraum. Clemenza stieg ein, erzielte in 25 Spielen zehn Tore – Rekord. „Jedes Tor holte Punkte. Deshalb zähle ich sie nicht, sondern die Tabelle.“ Die Bellunesi liegen oberhalb des Strichs, der Abstiegsdruck bleibt, doch der Angreifer trägt ihn mit breiten Schultern.

Tripletta und tacle gegen inter: seine lieblingsszene
Schönstes Tor? Hackentreffer gegen Pro Patria. Wichtigste Aktion? Drei Tore binnen 66 Minuten gegen Ospitaletto – seine erste Tripletta überhaupt. „Danach habe ich Federica angerufen, meine Tochter Ludovica quakt im Hintergrund. Das ist der Sound, für den ich spiele.“
Die L-Geste nach jedem Tor erinnert an Leo Messi, steht aber für Ludovica. „Familie ist mein Sechserpack“, sagt er lachend. Ohne sie hätte er nach dem zweiten Kreuzbandriss aufgehört. „Stattdessen schaue ich jetzt nach oben – und meine Tore auch.“

Juve-vergangenheit als treibstoff
Als Teenager wählte er Turin, weil ihn Inter und Mailand nur testeten, Juve aber sofort umarmte. Morata gab Tipps, Pirlo und Marchisio dienten als Lehrmeister. „Wenn du mit solchen Spielern trainierst, vergisst du nie, wie groß der Abstand zwischen gut und Weltklasse ist.“
Distanz hat er jetzt überwunden – zumindest in der C. Clemenza will mit Bellunesi bleiben, falls der Klassenerhalt klappt. „Danach sehen wir. Ich träume nicht laut, aber ich träume weiter.“
Die Saison ist noch jung, die Tore werden kommen. Und sollte es am Ende wirklich reichen, hat sich Clemenza schon einen Siegesplan zurechtgelegt: „Wir gehen zusammen essen – Mannschaft, Staff, Familien. Die Rechnung zahle ich. Schließlich habe ich gerade mein bestes Jahr – und die besten Fans der Welt direkt vor der Haustür.“
