City droht us-kids mit traum-week in manchester
Manchester City pflanzt seine Fahnen in Texas. Statt weiter nur Geld in den US-Markt zu pumpen, kauft sich der Klub jetzt in die Köpfe von achtjährigen Kickern ein – und zwar mit einem kompletten Nachwuchsclub, der direkt unter dem Etikett „Manchester City North Texas FC“ läuft.
Die pipeline beginnt in dallas
Ab sofort schnüren talentierte Spieler zwischen 8 und 19 Jahren ihre Stollen für den englischen Meister. Das Konzept: ganzjährige Camps, Turniere gegen andere Akademien und, wer sich beweist, Flugticket nach Manchester. Dort wartet ein Trainingsplatz in der City Football Academy – dem Campus, an dem schon Pep Guardiola seine Sessions abfeuert. Die Coaches fliegen nicht nur hin und wieder vorbei, sie wandern komplett nach Dallas aus und verpflanzen die Etihad-Methodik samt GPS-Tracking, Ernährungsplan und Neuro-Coaching in texanische Schulturnhallen.
City Football Group spart nicht an Personal. Jorgina Busquets, die für alle Bildungs- und Kooperationsprogramme weltweit zuständig ist, nennt das Projekt „einen weiteren Schritt, um Talente früh an die blaue Marke zu binden“. Der Satz klingt nach Marketing, die Botschaft ist klar: Wer hier Fußball spielt, trägt ab Tag eins das Wappen des Klubs auf der Brust – und landet vielleicht irgendwann im Kader des großen Bruders in der Premier League.

Mls-ableger reicht nicht mehr
New York City FC in der Major League Soccer reicht den Verantwortlichen offenbar nicht. Die eigenständige Akademie in den USA soll Rohdiamanten fördern, bevor sie überhaupt wissen, dass es Bayern München, Barcelona oder Real Madrid auch gibt. Die Konkurrenz schaut bereits neidisch: FC Bayern plant ein Residenzprogramm in Austin, Red Bull betreibt neben New York ein zweites Zentrum in Brasilien. Wer zuerst die jungen Knie formt, besetzt künftig auch den Transfermarkt.
Die Zahl, die Busquets nicht laut ausspricht, aber jede Debatte beendet: 180 Millionen Dollar fließen allein in den ersten fünf Jahren nach Texas. Ein Viertel der Summe steckt schon in der Anlage von zwei kunststoffbespulten Feldern, einem Wohnheim für 60 Kids und einem Performance-Center, das an die High-Performance-Schmiede in Manchester angelehnt ist. Die Eltern zahlen für das Elite-Programm umgerechnet 12 000 Euro jährlich – inklusive Internat und Schulgeld. Für einige Familien ein Kredit, für den Klub ein Schnäppchen, wenn dafür ein zehnjähriger Shootingstar später eine Ablöse von 50 Millionen einspielt.
Der Premier-League-Klub betritt damit das Terrain der europäischen Traditionsvereine, die bisher in den USA vor allem mit Sommertouren und PR-Events wirbelten. City baut stattdessen eine Fabrik, in der schon morgen der erste US-Boy die Insel rocken könnte. Wenn das kein Warnschuss an die Konkurrenz ist.
