Ciro immobile trifft endlich: paris fc rettet sich mit 3:2 – und der italiener wirft die maske ab
Ciro Immobile hat’s getan. Nach 630 Minuten ohne Treffer in der Ligue 2 schlug er beim 3:2-Sieg gegen Le Havre zu, schenkte seinem Paris FC drei goldene Punkte und sich selbst die Erlösung. Sein erstes Tor in Frankreich fiel in der 78. Minute per Kopfball nach Flanke des 20-jährigen Landsmanns Diego Coppola. Das Stadion Explos, 12.800 Zuschauer, riss es mit. „Ich habe gewartet, gewartet, gewartet“, sagte Immobile nach Abpfiff. „Dann kam der Moment – und ich habe nur noch gedacht: Endlich.“
Trainer kombouaré spricht vom „befreiungsschlag“
Antoine Kombouaré, seit Januar an der Seitenlinie, hatte den Druck gespürt. „Wenn ein Torjäger nicht trifft, schaut jeder durchs Schlüsselloch“, sagt der Coach. „Ciro hat sich heute den Rucksack vom Rücken genommen.“ Tatsächlich wirkte der 36-Jährige wie ausgewechselt: zweikampfstark, anspielbar, mit zwei weiteren Großchancen – eine davon klatschte an die Latte, eine setzte er neben das leere Tor. Die französische L’Equipe verpasste ihm eine 7, umgerechnet ein Acht in deutschen Noten. Für jemanden, der zuletzt als „Risiko“ galt, ist das ein kleiner Sieg.
Doch die Geschichte ist größer als ein einzelnes Tor. Paris FC rangiert nach 31 Spieltagen auf Platz 15 – nur zwei Punkte über der Abstiegszone. Der Klub der Milliardärefamilie Arnault hatte im Winter 15 Millionen Euro in neue Spieler gesteckt, Immobile war mit 1,8 Mio. Euro Jahresgehalt das Prestigeobjekt. Bisher lief wenig zusammen. Sechs Spiele, kein Treffer, dazu ein Trainerwechsel: Stéphane Gilli, der Aufstiegsheld, musste gehen. Kombouaré übernahm und stellte um – mehr Bewegung über die Außen, früheres Pressing, Immobile nicht mehr isolierte Spitze, sondern eingebettet in ein 4-4-2.

Italiener-connection: coppola und koleosho liefern die energie
Immobile ist nicht allein. Mit Coppola an der Seite hat er einen Verteidiger, der diagonal vorstößt und mit Kopfballstafette serviert. Vorne wirft Luca Koleosho seine 1,78 m in jeden Sprint, zieht die Abwehr auseinander. Gegen Le Havre kombinierten die drei Italiener 42 Mal – mehr als jede andere Nationalitäten-Gruppe im Feld. „Wir sprechen dieselbe Fußballsprache“, sagt Immobile. „Ein Blick genügt.“
Die Zahlen sprechen ebenfalls: In den letzten drei Partien kletterte Paris FC vom 18. auf den 15. Tabellenplatz, erzielte sieben Tore – so viele wie in den zehn Spielen zuvor. Die Defensive kassierte zwar weiter Gegentore (elf in elf Spielen), doch das Torverhältnis egalisiert sich. Die Saison ist noch lang: Bei sieben verbleibenden Spieltagen reichen vermutlich acht Punkte, um den Klassenerhalt sicherzuzustellen. Das nächste Duell: Auswärts bei Lorient, Tabellenvierter, aber ohne Sieg seit vier Spielen.
Immobile will nachlegen. „Ich bin 36, kein 56“, scherzt er. „Der Körper hält, der Kopf auch. Und wenn das erste Tor fällt, kommen die nächsten.“ Kombouaré nickt: „Er hat die Qualität, die Ligue 2 zu ärgern.“ Für Paris FC wäre das mehr als nur ein Happy End – es wäre die Rettung einer teuren Saison. Und für Immobile? Vielleicht der Beweis, dass ein echter Knipser nie verlernt, wozu er gemacht ist: Tore schießen. Punkt.
