Christina ager wirft die ski weg: nach 13 jahren und zwei kreuzbändern ist schluss

Die 30-jährige Tirolerin Christina Ager hat am Dienstag mit einer knappen Pressemitteilung eine ganze Karriere abgehakt. 13 Jahre, 100 Weltcup-Starts, zwei Kreuzbandrisse – und ein einziger Podestplatz. Jetzt ist Schluss.

Cortina war der lohn für zwei kreuzbänder und endlos viele stunden reha

Cortina war der lohn für zwei kreuzbänder und endlos viele stunden reha

2013 stürmt sie mit 18 Jahren in Levi auf Rang vier, zwei Jahre später wechselt sie auf die Speed-Geräte und krönt sich 2015 in Cortina d’Ampezzo mit Platz drei in der Abfahrt. „Der dritte Platz war mein persönlicher Super-G“, sagt sie im Gespräch mit Ski Austria. Was klingt wie ein Märchen, war ein Kraftakt: Zwischen 2016 und 2017 reißt sie sich beide Kreuzbänder, sitzt monatelang in Innsbrucker Rehazentren und kämpft sich zweimal zurück. Die Bilanz: 32 Top-30-Platzierungen, nie ein Sieg, aber ein Standing-Ovation in der Zielarena von Cortina.

Ager dankt im gleichen Atemzug Familie, Trainern, Sponsoren – und schickt damit ein Stück österreichischen Skisport in den Ruhestand. „Der Spitzensport hat mich geformt und mir beigebracht, wieder aufzustehen“, sagt sie. Was niemand laut sagt: Mit ihr verschwindet eine Generation, die zwischen Schladming und Kitzbühel noch mit Selbstversorgung und Taschengeld-Sponsoring auskam.

Die Zahlen sind schonungslos: 100 Starts, 0 Siege, 1 Podest. Doch die, die sie in der Kabine fragten, wie man nach dem zweiten Kreuzbandriss noch einmal die Ski schnallt, wissen: Diese Bilanz ist lauter als jede Siegessäule. Ager selbst lässt kein Sentiment aufkommen. „Nun ist der richtige Zeitpunkt“, sagt sie – und meint: bevor das dische Knie den nächsten Schrei verlangt.

Mit ihr geht eine Läuferin, die nie zur Medienmaschine wurde, aber jedem Nachwuchsathleten im Tiroler Oberland erklären kann, wie man sich durch Schmerzen und Skandalschlagzeilen fräst. Ohne sie wird die Startliste nächsten Winter eine Spur leiser. Und die Skiwelt ein bisschen weniger echt.