Chinesische autoimporte erobern italien: dealer day in verona enthüllt neue trends
Verona – Der jährliche Dealer Day hat erneut bewiesen, dass der italienische Automarkt sich in einem rasanten Wandel befindet. Während etablierte Marken wie BMW, Mercedes und Hyundai weiterhin präsent sind, dominiert ein neuer Akteur die Szene: China. Die Präsenz chinesischer Automarken hat sich in diesem Jahr dramatisch verstärkt und deutet auf eine tiefgreifende Veränderung der Wettbewerbslandschaft hin.

Die invasion der neuen marken
Der Dealer Day in Verona, traditionell ein Treffpunkt für Händler und Dienstleister, war dieses Jahr ein Schaufenster für eine beeindruckende Vielfalt an neuen chinesischen Automarken. Neben bekannten Namen wie BYD, Geely und Omoda-Jaecoo, die sich bereits etabliert haben, kamen zahlreiche weitere Hersteller hinzu, die ihre Modelle über Importeure präsentierten. Es handelt sich dabei nicht um direkte Ableger der chinesischen Konzerne, sondern um eine erste Erkundung des italienischen Marktes durch unabhängige Distributoren, die ihre Modelle sowohl direkt verkaufen als auch ein Netzwerk von Händlern aufbauen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut einer aktuellen Studie von Quintegia sind bereits 22 neue Automarken in Italien aktiv, im Vergleich zu 18 im Vorjahr. Und weitere 11 Marken sollen in den kommenden Monaten hinzukommen. Das bedeutet eine zunehmende Fragmentierung des Marktes und eine größere Auswahl für den italienischen Autofahrer.
Der Fokus der neuen Anbieter liegt vor allem auf SUVs der Segmente C und D, oft in Form von NEV (New Energy Vehicles), also Elektro- oder Plug-in-Hybridmodellen. Die Preisspanne für die Mittelklasse liegt bei rund 25.000 Euro, während die Modelle der oberen Mittelklasse zwischen 56.000 und 70.000 Euro kosten. Die Anzahl der Händler, die diese aufstrebenden Marken vertreten, ist ebenfalls beeindruckend: 580 Händler mit insgesamt rund 1.500 Verkaufsstellen – ein Anstieg von über 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Neben den SUVs erfreuten sich auch Quadricycle-Modelle großer Beliebtheit, insbesondere solche, die für den Einsatz in historischen Stadtzentren konzipiert sind. Marken wie Linktour zeigten hier innovative Lösungen.
Ein Blick auf einige der präsentierten Marken: Hongqi präsentierte seine prestigeträchtigen Modelle, während ATflow und GAC neue Modelle vorstellten. Auch Aion und Bestune von Fawcar waren mit ihren SUV-Modellen vertreten. Die Vielfalt ist schlichtweg überwältigend.
Die chinesische Offensive im italienischen Automarkt ist in vollem Gange. Es bleibt abzuwarten, wie sich die etablierten Hersteller auf diesen neuen Wettbewerb einstellen werden. Doch eines ist klar: Der italienische Automarkt wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern.
