Nascar trauert: kyle busch mit 41 jahren gestorben

Kyle Busch ist tot. Die Nascar-Welt verliert mit 41 Jahren einen ihrer größten Kämpfer, einen Piloten, der 22 Jahre lang die Ovalbahnen terrorisierte, 63 Cup-Siege sammelte und zwei Meisterschaften nach Hause fuhr. Die Todesnachricht bestätigten seine Familie, die offizielle Nascar-Website und Richard Childress Racing am späten Mittwochabend – nur einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass Busch wegen einer ungenannten schweren Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden war.

Die bilanz eines unbeugsamen

Busch baute sich nicht einfach ein Statistik-Monument, er riss Grenzen ein. In der Cup-Serie rangiert er mit 63 Siegen auf Platz neun der Ewigenliste, doch die Zahl verrät nicht, wie er sie erkämpfte: mit einem Gaspedal, das selten nur streifte, mit Spurts, die Gegner in Scherben rissen. 2015 und 2019 krönte er sich zum Champion, zuletzt triumphierte er am 4. Juni 2023 in Madison, Illinois – seitdem quälte ihn die längste Sieglos-Serie seiner Karriere.

Die anderen beiden nationalen Serien füllte er regelrecht aus. 102 Erfolge in der heutigen O’Reilly Auto Parts Series, 69 in der Craftsman Truck Series – beides Rekorde, die wohl länger stehen bleiben als manche Asphaltdecke. Wer mit Busch an den Start ging, wusste: Entweder du fährst ihn ab oder du wirst später seine Hinterachse blitzen sehen.

Vom teenager zum toyota-veteran

Vom teenager zum toyota-veteran

Geboren am 2. Mai 1985 in Las Vegas, trat er mit 18 Jahren erstmals in der damaligen Busch Series an – und wurde prompt Zweiter. 2004 folgte der halbseitige Cup-Einsatz, 2005 dann das volle Programm für Hendrick Motorsports. Schon in seinem 31. Cup-Start schrieb er Geschichte als jüngster Sieger der Serie, im California Speedway rast er allen davon. 2008 unterschrieb er bei Joe Gibbs Racing, wechselte zu Toyota und blieb fünfzehn Jahre treu. Das Bündelungsergebnis: mindestens ein Sieg pro Saison, 56 der 63 Cup-Triumphe unter der Regie des ehemaligen NFL-Coaches.

Ende 2022 löste sich das Kapitel Gibbs. Busch wechselte zu Richard Childress, zurück zu Chevrolet, in die rote Camaro-ZL1. Drei Siege gelangen ihm noch in der ersten Saisonhälfte 2023, dann verstummte das Siegesfirework. Krankheitsbedingt verpasste er in diesem Jahr bereits mehrere Rennen, nun endet seine Story, bevor er die Trendwende schaffte.

Die lücke, die niemand so schnell schließen kann

Die lücke, die niemand so schnell schließen kann

Fans werden sich an den Rowdy-Spitznamen erinnern, an die grelle Neon-Mütze, an die Wutausbrüche über Funk, die aber stets von einem Lächeln begleitet waren, wenn er ausstieg und die Zuschauer feierte. Busch war kein Heiliger, er war ein Showman mit einem Gasfuß aus Titan. Wer in den USA jemals ein Nascar-Rennen besuchte, hörte mindestens ein Kind rufen: „Ich will wie Kyle werden!“

Die Serie plant für das kommende Rennen in Charlotte eine Ehmenrunde, die Fahrer werden mit schwarzen Bändern starten. Mehr wird es nicht sein – und doch wird auf jeder Ovalbahn ein leiser Spot auf der Innenbahn leuchten, wenn die Ampeln auf Grün springen. 63 Mal erlosch er nicht, diesmal schon. Die Nascar verliert einen ihrer letzten echten Bad Boys. Die Zahl 8 auf der Seitenwand wird nie wieder so laut aufheulen.