Stellantis und dongfeng: neue ära der elektromobilität in rennes?
Die Automobilwelt hält den Atem an: Stellantis und Dongfeng treiben ihre jahrzehntelange Partnerschaft auf ein neues, internationales Level. Ein Joint Venture mit Sitz in Europa soll die Produktion und den Vertrieb von Elektrofahrzeugen (NEV) des chinesischen Premium-Herstellers Voyah vorantreiben – mit Rennes als potentiellem Produktionsstandort. Ein Deal, der die europäische Automobilindustrie vor eine spannende Zäsur stellt.

Voyah kommt nach europa: ein strategischer schachzug
Die beiden Giganten haben einen nicht bindenden Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, der den Weg für eine 51:49 Beteiligung von Stellantis an der neuen Joint Venture ebnen soll. Ziel ist es, Voyah-Modelle wie den elektrischen SUV Courage, den Plug-in-Hybrid Free und den Plug-in-Hybrid Minivan Dream gezielt in ausgewählte europäische Märkte zu bringen. Dabei soll Stellantis' etabliertes Vertriebsnetz und sein Know-how im After-Sales-Service genutzt werden.
Doch es geht um mehr als nur um den Vertrieb. Die Partnerschaft sieht auch gemeinsame Beschaffungs- und Engineering-Aktivitäten vor, um vom hochkompetitiven chinesischen NEV-Ökosystem zu profitieren. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der potenziellen Produktion in Rennes, Frankreich, um die europäischen Vorschriften und das „Made in Europe“-Label zu erfüllen. Antonio Filosa, CEO von Stellantis, bezeichnet dies als „eine neue Dimension der Zusammenarbeit“, die eine größere Produktpalette zu wettbewerbsfähigen Preisen ermöglicht.
Qing Yang, Präsident von Dongfeng, unterstreicht die strategische Bedeutung des Deals im Kontext der chinesischen Politik zur Förderung von Investitionen und zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit. Die Joint Venture soll nicht nur die Expansion von Dongfeng beschleunigen, sondern auch Stellantis' Transformation unterstützen und seine Präsenz in China festigen.
Die Entscheidung für Rennes ist ein klarer Signalwert. Sie zeigt, dass Stellantis bereit ist, in europäische Produktionsstandorte zu investieren, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Die Plattform, auf der der Voyah Free basiert, könnte hier eine Schlüsselrolle spielen.
Die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen Stellantis und Dongfeng, die sich in der Dongfeng Peugeot Citroën Automobile Co., Ltd. (DPCA) manifestiert, wird ebenfalls intensiviert. DPCA, die bereits über 6,5 Millionen Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën produziert hat, soll ab 2027 neue NEV-Modelle für den chinesischen Markt und den Export herstellen.
Die finale Umsetzung des Projekts steht noch unter dem Vorbehalt der Unterzeichnung der entsprechenden Verträge und der Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Doch eines ist klar: Die Partnerschaft zwischen Stellantis und Dongfeng könnte die europäische Automobilindustrie nachhaltig verändern.
