China tankt weiter: strategische reserven trotz globaler energiekrise

Während der Nahe Osten im Konflikt versinkt und die Energiepreise weltweit in die Höhe schnellen, scheint china eine überraschende Ruhe zu bewahren. Das Land füllt seine Tanks mit Öl aus Russland und dem Iran, Ländern, die von westlichen Sanktionen betroffen sind, und baut damit strategische Reserven auf, die das Land vor den Auswirkungen der Krise schützen.

Die rolle kleiner, privater raffinerien im chinesischen energiesystem

Die rolle kleiner, privater raffinerien im chinesischen energiesystem

Die Gazzetta Motori enthüllt ein komplexes Netz von Transaktionen und Infrastruktur, das es china ermöglicht, die Energiekrise zu umgehen. Im Zentrum dieser Strategie stehen die sogenannten „Teapot“-Raffinerien, kleine, private Anlagen, vor allem in der Provinz Shandong. Diese Raffinerien übernehmen einen Großteil der Verarbeitung des sanierten Öls, das über „Shadow-Flotten“ – nicht versicherte Tanker – nach china transportiert wird. Die großen, staatlichen Ölkonzerne scheuen die Risiken, die mit der Verarbeitung des umstrittenen Öls verbunden sind, und delegieren diese Aufgabe an die kleineren Betriebe.

Die Importzahlen für März zeigen ein leichtes Rückgang im Vergleich zu Februar (10,19 Millionen Barrel pro Tag gegenüber 11,51 Millionen Barrel), liegen aber immer noch über dem Jahresdurchschnitt von 10,41 Millionen Barrel. Ein wesentlicher Teil dieser Importe, etwa 1,4 Millionen Barrel pro Tag, stammt aus dem Iran. Derzeit scheinen die iranischen Lieferungen durch den Hormus-Strait weiterhin zu fließen, obwohl eine Eskalation des Konflikts diese Route beeinträchtigen könnte.

Die Hintergründe: Sanktionen und Schattenflotten

Die chinesische Strategie beruht auf dem Erwerb von Öl aus Ländern, die unter Exportbeschränkungen stehen. Russland, Iran und bis vor kurzem auch Venezuela profitieren von dieser Nachfrage. Diese Transaktionen werden über „Shadow-Flotten“ abgewickelt, um die Sanktionen zu umgehen und die Herkunft des Öls zu verschleiern. Die Daten der US-Kommission zeigen, dass china Anfang 2026 Reserven von rund 1,2 Milliarden Barrel aufgebaut hat, was etwa 109 Tagen Importen entspricht.

Die Teapot-Raffinerien spielen dabei eine entscheidende Rolle, da sie das saniertes Öl verarbeiten, das von den Shadow-Flotten angeliefert wird. Allerdings sind diese Raffinerien nicht in der Lage, ihre Produktionskapazitäten bei steigenden Ölpreisen voll auszuschöpfen, was ihre Rentabilität beeinträchtigt.

Die Fähigkeit Chinas, die Energiekrise zu bewältigen, unterstreicht die wachsende wirtschaftliche Unabhängigkeit des Landes und seine Bereitschaft, unorthodoxe Wege zu gehen, um seine Energieversorgung sicherzustellen. Während westliche Länder nach Alternativen suchen und über Energieeinsparungen diskutieren, scheint china die Krise zu nutzen, um seine strategischen Reserven aufzubauen und seine Position als globaler Energieakteur zu festigen.