China tankt weiter: sanktionierte öle aus russland und iran sichern produktion

Während der Nahostkonflikt die Weltwirtschaft in Atem hält und die Energiepreise in die Höhe treibt, scheint china einen Trumpf im Ärmel zu haben. Das Land füllt seine strategischen Reserven mit Öl aus Russland und dem Iran – beides Länder, die von westlichen Sanktionen betroffen sind – und umgeht damit die Auswirkungen der globalen Energiekrise. Eine Entwicklung, die die geopolitische Landschaft neu ordnet und Fragen nach der Wirksamkeit internationaler Sanktionen aufwirft.

Kleine raffinerien spielen eine schlüsselrolle

Kleine raffinerien spielen eine schlüsselrolle

Die Strategie Pekings beruht auf einem cleveren System aus Importen und Lagerhaltung, das es dem Land ermöglicht, Produktions- und Importvolumina beizubehalten, die denen vor dem Krieg entsprechen. Ein entscheidender Faktor sind dabei die sogenannten „Teapot“-Raffinerien, kleine, private Anlagen, vor allem in der Provinz Shandong. Diese Raffinerien übernehmen einen Großteil der Verarbeitung des sanierten Öls, wodurch das Risiko für die großen, staatlichen Ölkonzerne minimiert wird. Diese Vorgehensweise ermöglicht es china, Sanktionen zu umgehen, ohne direkt mit westlichen Strafen in Konflikt zu geraten.

Die Importzahlen für März bestätigen das Bild: 10,19 Millionen Barrel pro Tag – leicht unter Februar (11,51 Millionen Barrel), aber immer noch über dem Durchschnitt von 2025 (10,41 Millionen Barrel). Ein Großteil dieser Lieferungen erfolgte vor dem erneuten eskalierenden Angriff der USA und Israels auf den Iran. Für April wird ein Rückgang erwartet, aber die bereits aufgebauten Reserven geben china Pufferraum.

1,4 Millionen Barrel des durchschnittlichen Monatsimportes stammen aus dem Iran. china ermöglicht es der Islamischen Republik, ihre Öltanker durch die Hormus-Straße zu schleusen, obwohl dieser Fluss aufgrund des Konflikts vermutlich abnehmen wird. Das Land hat zudem eine strategische Ölreserve von rund 1,2 Milliarden Barrel aufgebaut, was etwa 109 Tagen Importe entspricht – ein deutliches Zeichen für die Vorbereitung auf Unsicherheiten.

Die Beschaffung des Öls erfolgt über sogenannte „Shadow-Flotten“, nicht versicherte Schiffe, die den Transport von sanktioniertem Öl ermöglichen. Diese Praxis, kombiniert mit den kleinen Raffinerien, verschafft china einen entscheidenden Vorteil in der aktuellen Energiekrise. Die USA haben zwar einige Sanktionen gegen Russland gelockert, aber die Abhängigkeit von russischem Öl bleibt bestehen. Die chinesische Strategie zeigt, dass ein System aus geschickter Logistik und pragmatischer Politik die Auswirkungen externer Schocks abmildern kann.

Ob diese Strategie langfristig tragfähig sein wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: China hat sich in der Energiekrise als widerstandsfähiger erwiesen als viele andere Nationen. Die Frage ist nun, ob die westlichen Sanktionen in der Lage sind, Chinas Wirtschaftswachstum einzudämmen, oder ob das Land weiterhin seinen eigenen Weg geht – auch wenn dies bedeutet, Sanktionen zu umgehen.