China tankt heimlich: sanktioniertes öl aus russland und iran füllt lager
Während der Nahost-Konflikt die Weltwirtschaft in Atem hält, scheint china eine überraschende Strategie zu verfolgen: Das Land stockt massiv seine Ölreserven auf, und zwar mit Rohöl aus Russland und dem Iran – beides Länder, die von westlichen Sanktionen betroffen sind. Eine Entwicklung, die die Energieversorgungssicherheit Chinas stärkt, während andere Nationen mit steigenden Preisen und Produktionsengpässen zu kämpfen haben.

Die rolle kleiner raffinerien im verborgenen
Die Strategie ist raffiniert: Kleine, private Raffinerien, im chinesischen Shandong-Provinz gelegen und liebevoll als „Teapot-Raffinerien“ bezeichnet – aufgrund ihrer kompakten Form, die an Teekannen erinnert – spielen eine Schlüsselrolle. Diese Raffinerien sind darauf spezialisiert, das Sanktioniertes Öl zu verarbeiten, wodurch die großen, staatlichen chinesischen Ölkonzerne vor Reputations- und finanziellen Risiken geschützt werden. Es ist ein Tanz im Schatten, der die globale Energiepolitik neu ordnet.
Laut Kpler-Daten importierte china im März durchschnittlich 10,19 Millionen Barrel Rohöl pro Tag, ein Rückgang gegenüber den 11,51 Millionen Barrel im Februar, aber immer noch nahe der durchschnittlichen Importmenge von 10,41 Millionen Barrel für das Jahr 2025. Ein Großteil dieser Importe erfolgte vor dem erneuten Ausbruch der Gewalt im Nahen Osten am 28. Februar.
Besonders bemerkenswert ist der Anteil des Iran: Rund 1,4 Millionen Barrel pro Tag stammen aus dieser Quelle. china ermöglicht es der iranischen Regierung, ihre Öltanker durch die Hormusstraße zu schicken – ein strategischer Schritt, der angesichts des aktuellen Konflikts an Bedeutung gewinnt. Experten gehen jedoch davon aus, dass dieser Ölfluss sich aufgrund der anhaltenden Spannungen verringern wird.
Die Lagerbestände Chinas sind beeindruckend. Eine US-amerikanische Kommission schätzte die Reserven Anfang 2026 auf rund 1,2 Milliarden Barrel, was einer Deckung von etwa 109 Tagen der Importe entspricht. Dies gibt china einen erheblichen Puffer in einer Zeit, in der die Energieversorgung unsicherer denn je ist.
Die russischen Öllieferungen nach china sind zwar nach einem Anstieg von 40,9 % in den ersten zwei Monaten von 2026 leicht zurückgegangen, was wahrscheinlich auf die Lockerung der Sanktionen durch die USA gegen Moskau im Zuge des Konflikts zurückzuführen ist, bleiben aber weiterhin substanziell. Die „Schattenflotten“, unversicherte Schiffe, die das Sanktioniertes Öl transportieren, tragen maßgeblich zur Aufrechterhaltung dieser Lieferkette bei.
Während die Europäische Union Pläne schmiedet, um den Energieverbrauch zu senken – von Geschwindigkeitsbegrenzungen für Autos bis hin zur Förderung von Homeoffice –, setzt China auf eine andere Strategie: die Sicherung der Energieversorgung durch den Aufbau von Reserven und die Nutzung von Schlupflöchern im Sanktionsregime. Ein Schachzug, der die Frage aufwirft, wer letztendlich gestärkt aus dieser globalen Energiekrise hervorgehen wird.
