Champions-finale: lehmann warnt vor arsenal-überraschung!

Budapest bebt! Heute Abend entscheidet sich im Champions-League-Finale zwischen Paris Saint-Germain und Arsenal, wer die Königskrone des europäischen Fußballs erobert. Doch während die Fußballwelt gespannt auf das Duell zweier Giganten blickt, warnt Arsenal-Legende Jens Lehmann vor einer Unterschätzung der Gunners und gibt Einblicke in die Probleme, die Oliver Baumann letztendlich aufhalten mussten.

Lehmann: "arsenal hat psychologischen vorteil"

Die Vorfreude ist enorm, gesteht Lehmann, der das Finale live in Budapest verfolgt. Er erinnert sich schmerzlich an das verlorene Endspiel vor 20 Jahren gegen Barcelona, in dem er selbst eine bittere Rolle spielte. Doch nun wittert er eine Chance für seinen ehemaligen Verein, die er mit einem Augenzwinkern kommentiert: "Als Spieler will man ja auch für die Fans spielen, und die waren 20 Jahre lang enttäuscht!"

Die Erinnerung an das Foul an Samuel Eto'o im Champions-League-Finale 2006 verfolgt Lehmann weiterhin, "immer mal wieder, wenn man darauf angesprochen wird". Es sei einfach ärgerlich gewesen, da Arsenal damals der klare Favorit gewesen sei. Aber das ist Vergangenheit.

Aktuell sieht Lehmann das Finale ausgeglichen, erwartet aber kein Torfestival. "Es wird vom Verteidigen geprägt sein. Arsenal wird Paris pressen, aber es wird kein 5:4 wie im Halbfinale gegen Bayern geben." Die Gunners scheinen jedoch den psychologischen Vorteil zu haben. Der Gewinn der Meisterschaft hat den Druck von der Mannschaft genommen. "Hätten sie den Titel nicht geholt, würde nun jeder erwarten: Arsenal muss das Finale gegen Paris gewinnen!"

Weg vom „chelsea-fußball“: arteta hat guardiola-dna

Weg vom „chelsea-fußball“: arteta hat guardiola-dna

Die Zeiten des „Spektakels“ unter Arsène Wenger sind vorbei, räumt Lehmann ein (mit einem Schmunzeln). Doch Arsenal spielt mittlerweile einen ganz anderen Fußball. „Ich würde sagen, man spielt Pep-Guardiola-Fußball“, erklärt Lehmann. Mikel Arteta habe bei Manchester City gelernt, wie man mit Ballbesitz und einer starken Defensive agiert – eine Entwicklung, die sich deutlich von Wengers Hochgeschwindigkeitsfußball unterscheidet. Ob Wengers Arsenal gegen das heutige Arsenal gewinnen würde? „Wenn wir in der gleichen physischen Verfassung wären wie die Spieler heute, dann würden wir wahrscheinlich gewinnen, weil wir schneller spielen konnten.“

Schlüsselspieler und deutsche nationalmannschaft: lehmanns einschätzung

Schlüsselspieler und deutsche nationalmannschaft: lehmanns einschätzung

Im aktuellen Arsenal-Team stechen Declan Rice und Martin Ødegaard im Mittelfeld hervor, ebenso wie die Innenverteidiger Gabriel und William Saliba. Torwart David Raya zeigt ebenfalls eine starke Leistung. Und Kai Havertz scheint seine Form wiedergefunden zu haben, mit wichtigen Toren wie dem 1:0 gegen Burnley. Allerdings merkt Lehmann an: „Er hatte immer wieder Probleme mit Verletzungen. Das ist schade, weil er dadurch keinen richtigen Rhythmus hat.“

Was die deutsche Nationalmannschaft angeht, zeigt sich Lehmann kritisch. "Deutschland ist ein wenig mittelmäßig geworden." Der Mangel an einem Weltklasse-Stürmer und die Abwehrprobleme sind offensichtlich. Auch die Torwart-Entscheidung von Bundestrainer Nagelsmann, Manuel Neuer als Nummer 1 zu nominieren, hält Lehmann für richtig, wenngleich Oliver Baumann dadurch benachteiligt wird. „Baumann hat den Nachteil, dass er in Hoffenheim spielt. Er hätte versuchen können, zu einem Champions-League-Verein zu gehen – was er nicht tat.“

Und was England mit Rice als Anführer angeht? "England ist grundsätzlich mit sehr vielen Topspielern auf-­gestellt, vorne, im Mittelfeld und auf den Außen spielen sie gut. Doch nicht beim Verteidigen. Und die lange Premier-League-Saison ist ein großer Nachteil, die Spieler sind körperlich nicht in einer optimalen Verfassung."

Die Entscheidung über den Champions-League-Sieger wird heute Abend fallen. Doch eines ist sicher: Es wird ein Finale, das in die Geschichte eingehen wird – und das die Fußballwelt in Atem halten wird.