Cerci: vom atlético-flop zum poker-fan und trainer
Alessio Cerci, einst ein Hoffnungsträger im Trikot des Atlético Madrid, ist zu einem Paradebeispiel für verpasste Chancen und fragwürdige Entscheidungen geworden. Seine kurze und unrühmliche Zeit in Spanien, gepaart mit weiteren Stationen, die mehr Fragen aufwerfen als Antworten lieferten, machen seine Geschichte zu einer Lehrstunde über das fragile Glück im Profifußball.

Ein transfer, der schiefging: cerci in madrid
Die Verpflichtung des italienischen Flügelspielers im Winter 2014 schien vielversprechend, doch Cerci konnte bei Atlético Madrid nie Fuß fassen. Er kam spät in der Transferperiode, ohne erkennbare Begeisterung für den Verein, und brachte es lediglich auf zehn Einsätze, in denen er ein einziges Tor erzielte. Verletzungen bremsten seine Entwicklung zusätzlich, und so endete seine Zeit in Madrid mit einem jähen Knall.
Ein fast schon surreales Detail: Kurz nach seinem Wechsel veröffentlichte Cerci auf X (ehemals Twitter) ein Foto, auf dem er FIFA spielte und sich über die Anwesenheit von Cristiano Ronaldo, dem Starrivalen von Atlético, in seinem Team freute. Ein Affront, der dem jungen Spieler sicherlich nicht hoch angerechnet wurde.
Nach seinem Abgang aus Madrid folgte eine Odyssee durch verschiedene Vereine, die Cerci nie wirklich Halt boten. Sein Engagement beim FC Arezzo, einem Drittligisten, endete schließlich mit einem peinlichen Zwischenfall: Berichten italienischer Medien zufolge kam es zu einer Auseinandersetzung, in der Cerci einen Mitspieler attackierte. Die Folge war die fristlose Vertragsauflösung wegen mangelnder Leistungsbereitschaft.
Doch die Geschichte hat noch eine Wendung. Cerci hat sich nun im Bereich Glücksspiel und Fußballtraining engagiert. Er wirbt für die Wettplattform Bwin und betont, dass „eine Wette ohne Emotion keine Wette ist“. Gleichzeitig bietet er in seiner eigenen Fußballakademie „Técnica de Fútbol Dago“ jungen Talenten Trainingseinheiten an, die auf technische Grundlagen, Koordination und Ballkontrolle ausgerichtet sind.
Seine Leidenschaft für Poker ist ebenfalls nicht zu übersehen. Cerci teilt regelmäßig Eindrücke von Turnieren, die über PokerStars live übertragen werden. Und wer erinnert sich noch an seinen Versuch, in Ibiza ein eigenes Lokal zu eröffnen? Ein Sommer 2017, dessen Spuren in den sozialen Medien längst verblasst sind.
Alessio Cerci mag zwar nicht den Karriereweg eingeschlagen haben, den man sich für einen talentierten Fußballer wünscht, aber er scheint entschlossen, seine Erfahrungen in neue Projekte zu kanalisieren. Ob ihm das gelingt, wird die Zukunft zeigen. Aber eines ist klar: Die Geschichte von Alessio Cerci ist eine Mahnung, dass im Fußball – wie im Leben – nicht immer alles nach Plan verläuft.
