Celentanos heimlicher sohn? 55-jähriger klagt auf anerkennung
Rom – Antonio Maria Segatori wartete 55 Jahre. Jetzt will er endlich den Nachnamen, der ihm laut eigener Überzeugung zusteht: Celentano. Der 55-jährige Römer reichte beim Mailänder Zivilgericht Klage ein, um sich von Adriano Celentano als leiblicher Sohn anerkennen zu lassen.
„Ich bin sein heimlicher sohn“
Segatoris Mutter, Maria Luigia Biscardi, war 1967 gerade 17 Jahre alt, als sie als Sängerin im Umfeld des damals bereits berühmten „Molleggiato“ auftauchte. Unter dem Künstlernamen Brenda Bis trat sie beim Cantagiro auf, landete prompt einen Plattenvertrag – und geriet in Celentanos Blickfeld. „Er war mein Idol, ich erwiderte seine Aufmerksamkeiten“, sagt die heute 75-Jährige im Interview mit der Wochenzeitschrift Oggi. Die Treffen fanden nach Angaben der Mutter stets abends im leeren Tonstudio statt, „wenn alle anderen gegangen waren“.
1969 wurde Biscardi schwanger. „Als ich ihm sagte, dass ich ein Kind erwarte, begann er, mich zu ignorieren“, erinnert sie sich. Der Plattenvertrag wurde vorzeitig aufgelöst, die junge Sängerin fand sich schlagartig außerhalb der Musikszene wieder. 1975 versuchte sie, vor dem Gericht in Rom Celentanos Vaterschaft feststellen zu lassen – doch sie erschien nie zum Termin. Der Fall wurde eingestellt. Celentano bezeichnete sie damals öffentlich als „verrückt“ und erklärte, sich alles ausgedacht zu haben.

Enkel eines anwalts zieht den joker
Segatori glaubt, dass sein Großvater, ein Anwalt, damals einen außergerichtlichen Deal mit Celentanos Anwälten schloss. „Was mein Großvater unterschrieben hat, betrifft mich nicht. Die Vaterschaft ist verjährungsfrei“, sagt er. Seine Anwälte Manuela Maccaroni und Pierpaolo Salinetti haben jetzt ein neues Verfahren angestrengt. Segatori betont: „Es geht nicht ums Geld. Ich will nur wissen, wer mein Vater ist.“
Das Gericht muss nun entscheiden, ob ein DNA-Test angeordnet wird. Celentano selbst hat sich bisher nicht öffentlich geäußert. Seine Anwälte liegen die Klage seit Montag vor. Die nächste Verhandlung wird voraussichtlich im Herbst terminiert. Bis dahin bleibt die Frage offen: Wird der 85-jährige Showlegenden-Erbe seinen angeblichen Sohn anerkennen – oder sich erneut hinter Anwälten verschanzen?
