Vogel lässt fürth aufstehen: vier punkte luft, jetzt jagt der kleeblatt-klub den ksc
Der Kleeblatt-Klub lebt. Zehn Punkte aus vier Spielen, vier Punkte Vorsprung auf Rang 16 – und plötzlich redet niemand mehr vom Abstieg, sondern vom Flow. SpVgg Greuther Fürth reist am Freitag (18.30 Uhr, Wildparkstadion) als heißeste Aufsteiger-Mannschaft der Rückrunde nach Karlsruhe. Heiko Vogel will diese Euphorie nicht bremsen, aber er will sie auch nicht verklären.
Die vogel-formel: demut vor der wut
„Es ist eine Momentaufnahme“, sagt der 50-Jährige, während er den Saal voller Reporter mustert. „Wir bleiben realistisch und demütig.“ Die Worte klingen wie ein Mantra, doch dahinter steckt eine klare Rechnung: Fürth hat die beste Rückrundenbilanz aller Abstiegskandidaten, kassierte in den letzten 360 Minuten nur einen Gegentreffer. Vogel nennt das „ehrliche Arbeit“, gemeint ist: Die Spieler haben gelernt, auch mal 0:0 zu verteidigen, statt ständig zu glauben, sie müssten jeden Gegner überlaufen.
Der Gegner aus Karlsruhe kommt mit anderer Energie. Der KSC verlor das Baden-Derby 1:3 gegen den FCK, die Kabine brodelt. „Die werden mit sehr viel Wut im Bauch auflaufen“, warnt Vogel und mahnt: „Marvin Wanitzek und Louey Ben Farhat sind zwei absolute Ausnahmekönner.“ Fürth kennt diese Qualität aus der Hinrunde, als Wanitzek mit einem Freistoßtor die Franken 2:0 bezwingen half.

Die personelle schachpartie
Felix Klaus steht vor dem Comeback. Nach Oberschenkel- und Wadenproblemen trainiert der 33-jährige Flügeldribbler wieder voll mit. „Er steigt mit in den Bus“, sagt Vogel, „aber wir riskieren nichts.“ Die Länderspielpause folgt, Klaus soll in Top-Form die entscheidenden neun Saisonspiele bestreiten. Julian Green ist ebenfalls zurück, zwei Monate Adduktorenpause liegen hinter ihm. „Ein Startelfeinsatz kommt zu früh, aber er kann den Unterschied machen“, so Vogel. Die Bank wird zur Waffe: In den letzten drei Spielen erzielten vier Joker wichtige Tore.
Die Statistik spricht für den Kleeblatt-Klub: Fürth hat nur eines der letzten sechs Duelle in Karlsruhe verloren. Doch Vogel schickt seine Mannschaft nicht wie eine Touristengruppe in den Wildpark. „Wir müssen hellwach sein, von der ersten Minute an.“ Die Marschroute ist klar: Kein Risiko, aber auch keine Scheu. Wer jetzt zurücktritt, verliert den Anschluss an diesen Flow – und der ist in der 2. Bundesliga bekanntlich flüchtig.
Ende April entscheidet sich der Klassenerhalt. Fürth hat die Weichen gestellt, jetzt zählt nur noch Konsequenz. Vogel blickt auf die Tabelle: 14. Platz, 28 Punkte. „Wir haben uns die Luft erarbeitet“, sagt er, „jetzt müssen wir sie auch atmen.“ Am Freitag geht es darum, die Wut der Badener zu neutralieren und die eigene Serie auf fünf Spiele auszudehnen. Tut der Kleeblatt-Klub das, ist der Abstieg kein Thema mehr – sondern die Planung für die neue Saison.
