Ceccon schreit, verona handelt – aquagym weicht olympia-gold
Der lautstarke Protest von Thomas Ceccon wirkt: Die 50-Meter-Bahn im Centro Federale di Verona gehört ab sofort morgens ausschließlich dem Olympia-Champion – und die Frauen vom Aquagym rutschen in die 25-Meter-Schwimmhalle.
Der italienische Weltrekordler hatte in der „Repubblica“ getobt: „Um 9.30 Urtümliche Beats, Megaphon-Animateure, Chlor statt Konzentration. So trainiere ich keine Medaillen.“ Die Zeilen erschienen, als er in Australien war. Zurück in Venetien, war das Problem längst gelöst.

Die lösung kam, bevor die kritik laut wurde
Roberto Cognonato, Direktor der Anlage, strich den Terminplan neu: „Wir haben mit Bundestrainer Alberto Burlina gesessen, bevor Thomas überhaupt landete.“ Drei Nationalkader teilen sich die Becken: Ceccon/Sofia Morini/Chiara Tarantino, Matteo Giunta/Nicolò Martinenghi und Carlos D’Ambrosio. Jede Gruppe bekommt eigene Slots, Musikverbot inklusive.
Der Haken: Das Centro ist Kommunalbad und Leistungszentrum zugleich. Morgens 8 bis 10.30 Uhr liegt das 50-Meter-Becken brach, weil die Kurzbahn für Schulschwimmer reserviert ist. „Ein Tetris-Spiel“, sagt Cognonato. Doch wer Olympia will, muss Prioritäten setzen. Deshalb: Aquagym ab in die 25-Meter-Bahn, Anfang April startet dort ein neues Kursprogramm – ohne Chart-Hits.
Ceccon selbst schwieg nach seiner 2:02,29 min über 200 m Rücken in Lausanne. Auf Instagram postete er nur ein Foto, kein Video: „Zu langsam für TikTok“, schrieb er ironisch. Nächste Station: Open in Shenzhen. Dort will er zeigen, dass Proteste Ergebnisse liefern – und dass sich italische Verhältnisse ändern lassen, wenn man laut genug schreit.
