Cavs' risikoreiche wette: james harden soll cleveland zum titel führen

Ein mutiger schritt für die cleveland cavaliers

Die Cleveland Cavaliers haben im vergangenen Jahr mit 64 Siegen eine beeindruckende Leistung gezeigt und stehen aktuell auf dem vierten Platz im Westen. Trotzdem haben sie ihren Kern aus vier Stars für James Harden auseinandergerissen. Ist das eine sinnvolle Entscheidung und bringt Cleveland näher an den begehrten Titel? Die Frage, die sich viele Basketballfans stellen.

Harden will den titel – und cleveland will ihn helfen

Harden will den titel – und cleveland will ihn helfen

Was man den Cavs in letzter Zeit definitiv nicht vorwerfen kann, ist mangelnder Tatendrang. Über Jahre hinweg hielten sie das Fundament um Darius Garland, Donovan Mitchell, Evan Mobley und Jarrett Allen zusammen, obwohl es immer wieder Zweifel an der langfristigen Erfolgsaussicht dieser Konstellation gab. Zweimal scheiterten sie in der zweiten Playoff-Runde, und selbst mit der besten Bilanz im Osten und 64 Siegen reichte es 2025 nicht für mehr.

Die herausforderungen der aktuellen saison

Die herausforderungen der aktuellen saison

In dieser Saison gab es jedoch einige Rumpelgeräusche, auch wenn die schwache Eastern Conference dies nicht so stark bestrafte. Eine Bilanz von 30-21 reicht derzeit für Platz vier, aber mit dem teuren Kader und den hohen Erwartungen war dies zu wenig. Zudem spielten die zahlreichen kleineren Verletzungen von Darius Garland eine Rolle. Der Spielmacher absolvierte in nur einer Saison mehr als 70 Spiele, in der Hälfte seiner Zeit bei den Cavs waren es weniger als 60.

Harden vs. garland: ein vergleich der statistiken

Harden vs. garland: ein vergleich der statistiken

Garlands Effizienz litt in dieser Spielzeit (Cleveland verlor sogar die Minuten mit ihm), und seine Trefferquote von der Dreierlinie war die schlechteste seiner Karriere (36,0 Prozent). Ein Vergleich mit den Statistiken von James Harden zeigt folgende Unterschiede:

StatistikHardenGarland
Spiele4426
Punkte pro Spiel25,418,0
Assists pro Spiel8,16,9
Turnovers pro Spiel3,72,8
FG%41,945,1
3P%34,736,0
FT%90,186,1

Der druck auf donovan mitchell

Der druck auf donovan mitchell

Vieles lastete auf Donovan Mitchell, der zwar eine herausragende Saison spielt, Cleveland aber offensiv nicht allein schultern kann. Da Mitchell 2027 aus seinem Vertrag aussteigen kann, sahen die Cavs möglicherweise die Notwendigkeit zu reagieren, um ihm zu zeigen, dass die Franchise alles auf Erfolg setzt. Die Verpflichtung von Dennis Schröder sollte entlasten – und nun eben James Harden, der gerne das Spiel kontrolliert und den Ball in den Händen hält.

Harden: ein upgrade, aber mit fragezeichen

Mit 36 Jahren hat der ehemalige MVP nicht mehr viel Zeit, aber er spielt derzeit auf einem Niveau, das man ihm kaum noch zutraute. Was ihn von Garland unterscheidet, ist seine Verfügbarkeit. Selbst in hohem Alter verpasst Harden kaum ein Spiel und spielt über 35 Minuten pro Spiel. Die Frage ist, ob er mit Mitchell harmonieren wird, der ebenfalls gerne den Ball hat. Bei den Clippers deutete Harden an, dass er auch abseits des Balles gefährlicher geworden ist, und auch Mitchell kann das.

Defensive verbesserungen und playoff-erfahrungen

Coach Kenny Atkinson wird dafür sorgen, dass die Spielzeiten beider Spieler so gestaffelt sind, dass immer einer von beiden auf dem Feld steht. Darüber hinaus ist Harden auch defensiv ein Upgrade – ein Satz, der absurd klingt, aber wahr sein könnte. Clevelands kleiner Backcourt mit Garland und Mitchell war anfällig, während der bullige Harden physisch präsent ist und in der Defense auf den Flügel ausweichen kann. Dennoch begleitet Harden in den Playoffs stets eine gewisse Skepsis aufgrund seiner teils unerklärlich schwachen Leistungen in entscheidenden Spielen.

Ein kalkuliertes risiko

Da die Cavs ein Second-Apron-Team sind, konnten sie auch kein weiteres Geld aufnehmen. Da Garland und Harden fast das gleiche verdienen, war die Verpflichtung des 36-Jährigen fast schon das Beste, was mit eingeschränkter Flexibilität möglich war. Die kommenden Monate werden richtungsweisend für Cleveland sein, die zweifellos zu den Finals-Anwärtern im Osten zählen. Ob es klappt? Wer weiß, aber Tatenlosigkeit kann man der Franchise sicher nicht vorwerfen.