Castellbisbal wird zur schachter: zwei k.o.-königinnen zünden sprengsatz im casal

Am Samstag, 25. April, schlägt in Castellbisbal um 18.00 Uhr die Stunde der Faust. Laia Pujol und María Polo treten in den Ring – und mit ihnen ein halbes Dutzend Amateur-Kämpfe, die das Casal Cultural in einen brodelnden Hexenkessel verwandeln werden.

Pujol spielt auf heimischem parkett und will den nächsten k.o.

Die 23-jährige Stylistin des Toni-Moreno-Teams hat ihre ersten zwei Profikämpfe gewonnen, beide vorzeitig. Jetzt steht ihre dritte Runde an – und sie spielt vor eigenem Publikum. „Technik, Intelligenz und Herz in jedem Gongschlag“, schwärmt der Veranstalter. Pujol selbst schmunzelt nur: „Wenn die Glocke läutet, bin ich ein anderer Mensch. Dann zählt nur noch der Gegner auf der anderen Seite der Seile.“

Trainer Moreno verrät, dass sie in den letzten acht Wochen täglich sechs Runden Sparring gedreht hat – mit schwereren Handschuhen, um die Schlagkraft zu pushen. Die Zahlen sprechen: 312 K.o.-Treffer in 24 Runden Training, gemessen mit Sensoren im Handgelenk. „Sie schlägt härter als mancher Federgewichtler“, sagt er trocken.

María polo reist mit dem anspruch an, den ring in brand zu setzen

María polo reist mit dem anspruch an, den ring in brand zu setzen

Die Galicierin debütierte 2025 mit zwei First-Round-K.o.s – und ist trotzdem noch ein Geheimtipp. Beim Wiegen am Freitag stellte sie fest: „Ich brauche keine Worte. Meine Fäuste sprechen fließend Spanisch.“ Ihr Stil: vorwärts, ohne Rückwärtsgang, mit Kombinationen, die wie Handgranaten daherkommen. Der Veranstalter nennt sie „reines Feuer“. Wer sie einmal live gesehen hat, versteht, warum.

Die beiden Hauptkämpfe rahmen ein Programm mit zwölf Amateur-Bouts ein, darunter drei Titelkämpfe der katalanischen Verbände. Die Karten waren 72 Stunden vor Verkaufsstart ausverkauft – 480 Sitzplätze, 200 Stehplätze, alles weg. Ein Indiz: Frauenboxen ist längst keine Randnotiz mehr.

Castellbisbal, ein 12.000-Seelen-Ort, verwandelt sich für eine Nacht in die Box-Hauptstadt Spaniens. Die Organisatoren rechnen mit 1.200 Zuschauern im Live-Stream und 50.000 Views innerhalb der ersten 24 Stunden. Sponsor Sabadell Bank hat die Prämie für den besten K.o. des Abends auf 5.000 Euro hochgeschraubt – ein Betrag, der in der Amateur-Szene für Gesprächsstoff sorgt.

Am Ende bleibt eine simple Rechnung: Wer gewinnt, schreibt sich in die Geschichtsbücher des katalanischen Frauenboxens. Wer verliert, muss zurück an den Trainingszirkel. Pujol blickt kurz auf die Uhr: „Noch 36 Stunden. Dann ist Schluss mit Lächeln.“