Casars faust-attacht läutet den nächsten msv-ausfall ein

Aljaz Casar wird drei Spiele lang nur Tribüne riechen. Das DFB-Sportgericht sperrte den MSV-Mittelfeldspieler wegen Tätlichkeit gegen Essens Franci Bouebari – und schickt damit eine klare Botsung mitten im Aufstiegsrennen der 3. Liga.

Die Szene, die sich in der 73. Minute des Derbys bei Rot-Weiss Essen abspielte, war in Sekundenschnelle viral. Casar rastet aus, verpasst Bouebari einen Schubs, Schiri Sören Storks zückt Rot. Für den Slowenen ist die Partie gelaufen, für die Zebras die Hoffnung auf einen Punkt zunächst gestorben. Am Ende steht die 0:1-Niederlage und Platz fünf – drei Zähler hinter Cottbus, vier hinter dem Liga-Zweiten Essen.

Trainer hirsch nennt aktion „nicht akzeptabel“

„Das geht eigentlich gar nicht“, wettert MSV-Coach Dietmar Hirsch bei MagentaSport. „Im Derby muss man ein bisschen cooler sein und darf sich nicht zu sowas hinreißen lassen.“ Die Einschätzung des Trainers teilt auch das DFB-Gericht: „Tätlichkeit im leichteren Fall“, lautet das Urteil – drei Spiele Pause, sofort vollstreckbar.

Die Folge: Casar fehlt im Spitzenspiel gegen Tabellenführer VfL Osnabrück (Dienstag, 19 Uhr), beim Auswärtsduell in Mannheim und im Heimspiel gegen Hoffenheim II. Für einen Winterzugang, der gerade mal zwölf Drittligapartien auf dem Buckel hat, ein herber Rückschlag.

Der MSV muss umbauen. Ein Kandidat für die zentrale Mitte: Leon Müller. Der 25-Jährige kam bistro dreizehnmal zum Einsatz, könnte nun zur Stammkraft avancieren. Denn ohne Casar droht die nächste Auswärtspleite – die siebte in dieser Saison. Die Zebras sind daheim ungeschlagen, fremd ein Fall für die Statistik.

Derby verloren, saison nicht verspielt

Derby verloren, saison nicht verspielt

Kurios: Nach dem Platzverweil kam der MSV sogar besser ins Spiel. In Unterzahl hätte es fast noch der Schock für RWE gegeben, doch der Ausgleich blieb aus. Stattdessen jubelt Essen, während Duisburg mit einem Blick auf die Tabelle hadert.

Die Lage ist eng. Zwischen Platz drei und sechs liegen nur vier Punkte. Drei Spielzeit ohne Casar können entscheidend sein – oder nicht. Die Zebras müssen beweisen, dass sie auch ohne ihren Rotsünden-Streiter den Anschlag halten. Die Aufstiegschance lebt, solange die Tabelle noch kein endgültiges Urteil gesprochen hat.