Carys lloyd schlägt zu: 19-jährige britin jagt movistar zum vierten sieg

Zwei Kilometer vor dem Ziel schob sie sich nach vorn, atmete einmal tief durch – und sprengte das Feld. Mit 19 Jahren und 107 Tagen schreibt Carys Lloyd beim Ronde van Brugge ihr erstes Kapitel als Profi, und das gleich in den Farben von Movistar Team.

Ein sieg, der in flandern weitertönt

Die „Flämische Woche“ gilt als Gradmesser für Sprinterinnen, die sich im April auf die Monuments richten. Lloyd war eigentlich nur als Zugpferd für Cat Ferguson vorgesehen, doch als die Favoritinnen in der Hauptrunde zu früh positionierten, schaltete die Britin zwei Gänge höher. 230 Meter, 62 km/h, Spur eins – fertig. Die Uhr stoppte bei 2:58:12, die jüngste Siegerin seit Cat Ferguson selbst.

Der Erfolg beschleunigt eine Erfolgsserie, die bei Movistar schon Mitte März losging: Liane Lippert gewann Le Samyn, Ferguson folgte mit Doppelcoup in Nokere Koerse. Lloyd liefert den vierten Streich – und setzt damit die interne Bestmarke, die 2025 bei drei Siegen lag, schon im März außer Kraft.

Für Lloyd ist der Tag ein Frühlingserwachen mit Folgen. Aus dem Tofauti Everyone Active-Nachwuchs kommend, wurde sie als Rohdiamant eingekleidet. Nun poliert sie sich selbst: Sprinttraining in Denia, Kraftblock in Navarra, dazu die nötige Portion Unbekümmertheit. „Ich bin kein Mini-Ferguson“, sagte sie vor der Saison. In Brügge bewies sie, dass sie Recht behält – sie ist einfach Carys.

Nächster schritt: flandrien-prüfung

Nächster schritt: flandrien-prüfung

Am Sonntag geht’s weiter in Gent-Wevelgem, dann folgt der Tour de Flandres. Movistar reist mit zwei Kapitäninnen: Ferguson für die Hügel, Lloyd für die Massenankünfte. Die Konkurrenz schaut bereits nervös nach hinten – und das, obwohl die Saison gerade mal drei Monate alt ist.

19 Jahre, erstes Rennen, erster Sieg – mehr Statistik braucht niemand. In Flandern zählt nur, wer als Erstes die Arme hebt. Lloyd weiß das inzwischen. Und sie wird es nicht vergessen lassen.