Carlsen-eklat in grenke: selfie und sofortige disqualifikation?
Ein dramatischer Moment ging in Karlsruhe über die Bühne: Schachweltmeister Magnus Carlsen löste mit einer scheinbar harmlosen Geste, einem Selfie mit seiner Gegnerin, eine Kettenreaktion aus, die für viel Gesprächsstoff sorgt. Der Vorfall ereignete sich während des Grenke Chess Classic, einem hochkarätigen FIDE-Turnier mit Teilnehmern wie Ian Nepomniachtchi und Vincent Keymer.

Ein foto, das für aufsehen sorgte
Die 18-jährige kazachische Spielerin Alua Nurman bat Carlsen vor ihrer Partie um ein Foto. Der Norweger willigte ein, lächelte für die Kamera – und löste dann, prompt, einen Alarm aus. Carlsen informierte umgehend den Schiedsrichter, woraufhin Nurmans Handy konfisziert wurde. Eine Regelverletzung, die im Schachsport sehr ernst genommen wird: Während einer Partie dürfen elektronische Geräte nicht in der Nähe des Schachbretts sein, um jede Form von Betrug auszuschließen.
Die FIDE-Regularien sind hier eindeutig: Hätte Nurman die Partie gewonnen, wäre sie vom Turnier ausgeschlossen worden. Die junge Kazachin, Nummer zwei der kasachischen Damenrangliste, kommentierte die Situation als „komisch“ und bedankte sich dennoch für das Selfie. Doch in den sozialen Medien brandete die Kritik an Carlsen los: Er wurde als „Snitch“ bezeichnet, als jemand, der seine Gegnerin verrät.
Der Grenke Chess Classic, mit über 3.500 Teilnehmern das größte Schachturnier der Welt, zieht jährlich Schachbegeisterte aus aller Welt an. Dieser Vorfall wirft nun ein unangenehmes Licht auf das Turnier und die Frage auf, wie strikt die Regeln im internationalen Schachsport durchgesetzt werden. Das Verhalten von Carlsen, ein Weltmeister, der so vehement auf die Einhaltung der Regeln besteht, ist bemerkenswert – und polarisiert.
Die Situation verdeutlicht, dass im Hochleistungssport, selbst im scheinbar ruhigen Schach, jede noch so kleine Handlung Konsequenzen haben kann. Die Länge und Intensität der Diskussionen in den Schachforen und sozialen Medien sprechen Bände über die Bedeutung dieses Vorfalls.
