Cantero träumt vom sprung nach oben: burgos-kapitän will osasuna in laliga festigen

Ein Nachtrag zur spanischen Zweitliga-Saison 2023/24: Ander Cantero steht kurz davor, sich selbst Geschichte zu schreiben. Der 31-jährige Torwart von Burgos CF führt seine Mannschaft als Kapitän auf direktem Weg in die Playoffs – und hat dabei nur ein Ziel vor Augen: den aufstieg mit dem Klub, der ihn großgezogen hat. Geboren in Pamplona, ausgebildet bei Osasuna, wäre ein Wechsel in die Primera División zugleich ein emotionales Heimspiel.

Die zahlen sprechen für sich: 0,85 gegentore pro spiel

Cantero absolvierte bislang 34 Partien und kassierte nur 29 Gegentore. Das ist kein Zufall, sondern Resultat eines kollektiven Plans. „Wir trainieren jede Spielphase akribisch“, erklärt er im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt. „Wenn wir dominiert werden, bleiben wir ruhig, weil wir wissen: Der Gegner wird nachlassen. Und dann schlagen wir zu.“

Diese Reife hat Burgos in der laufenden Spielzeit von einem soliden Mittelfeldclub zu einem ernsthaften Aufstiegskandidaten gemacht. Nach fünf Jahren in Segunda División – vorher stets zwischen Platz 14 und 9 – schwebt das Team aktuell auf Rang vier, zwei Punkte hinter Betis und nur einen hinter directem Aufstiegsplatz.

Der mentor hinter der linie: stolz auf spanische torwartkultur

Der mentor hinter der linie: stolz auf spanische torwartkultur

Cantero nennt Cañizares sein Vorbild. „Er war der Letzte, der technisch nahezu lückenlos war – Luftball, Fang, Spielaufbau“, schwärmt er. „Diese Spanien-Tradition hat mich geprägt: Arconada, Zubizarreta, Casillas – hier war nie der Letzte zum Tor gestellt, sondern der Erste, der den Sieg rettet.“

Diese Einstellung trägt der Schlussmann bis heute vor. Nach 3060 Minuten in dieser Saison liegt er auf Platz zwei der Zamora-Trophäe-Wertung, dem Klassiker für die wenigsten Gegentore. Sein Geheimnis: „Ich will jeden Tag ein Prozent besser werden als gestern. Das rechnet sich am Ende.“

„Eine chance, die vielleicht nie wiederkommt“

„Eine chance, die vielleicht nie wiederkommt“

Die verbleibenden acht Spiele sind für Cantero kein Normalprogramm. „Wir haben Spieler über 30, die wissen: Das könnte die einzige Gelegenheit bleiben, Playoffs oder direkten aufstieg zu erleben“, sagt er. „Vom ersten Tag an hat der Verein uns Stabilität gegeben, nun liegt es an uns, den Sprung zu wagen.“

Die Fans am Estadio El Plantío sollen dabei keine Sekunde zögern. „Füllt das Stadion!“, ruft er den Anhang. „Wir brauchen jeden Schrei, jedes Lied. ‚En blanco y negro‘ von Barricada werden wir gemeinsam singen, wenn der aufstieg feststeht – versprochen.“

Ein Versprechen, das mehr ist als Marketing. Es ist das Versprechen eines Pamplonesen, der nie seinen Ursprung verleugnet – und der Burgos in Schwarz-Weiß erblühen lassen will wie seine Heimatstadt in den Sanfermines. Sollte es gelingen, winkt nicht nur LaLiga, sondern auch ein Wiedersehen mit Osasuna. Dann stünde Cantero endlich dort, wo er hingehört: zwischen den Pfosten der Elite – und vor den Augen der Menschen, die ihn formten.