Cannavaro ruft: „prof“ castellacci hilft jetzt in usbekistan!

New York – Enrico Castellacci, ehemaliger Teamarzt der italienischen Nationalmannschaft bei WM-Triumphen 2006, 2010 und 2014, hat eine überraschende Einladung erhalten: Fabio Cannavaro, der neue Trainer Usbekistans, möchte mit ihm zusammenarbeiten. Ein Deal, der die Fußballwelt aufhorchen lässt und Castellacci in ein völlig neues Abenteuer führt.

Der „prof“ und sein kapitän: eine erfolgsgeschichte

„Es war Fabio selbst, der anrief“, berichtet Castellacci von seinem Heimatstützpunkt in Georgia. „Er fragte mich, ob ich ihn in Usbekistan begleiten möchte. Wie hätte ich da ablehnen können?“. Die beiden verbindet eine lange Geschichte, die weit über die gemeinsame Zeit bei der italienischen Nationalmannschaft hinausgeht. Cannavaro, Castellaccis „Kapitän“, war auch in Guangzhou, China, unter der Leitung von Marcello Lippi als dessen designierter Nachfolger. Diese Vertrautheit macht die aktuelle Einladung umso bedeutsamer.

Debakel gegen kolumbien: „ein bisschen pech, ein bisschen glück“

Debakel gegen kolumbien: „ein bisschen pech, ein bisschen glück“

Das Debüt der usbekischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft gegen Kolumbien endete zwar mit einer 1:3-Niederlage, doch Castellacci sieht auch positive Aspekte. „Es war ein unglückliches Ergebnis“, sagt er. „Wir hätten durchaus einen Ausgleich erzwingen können. Die Atmosphäre im Azteca-Stadion war elektrisierend, 80.000 gelbe Trikots und nur 1.000 usbekische Fans – ein unvergessliches Erlebnis für uns alle.“

Cannavaro: lippi 2.0?

Cannavaro: lippi 2.0?

Castellacci sieht in Cannavaro Parallelen zu seinem ehemaligen Trainer Marcello Lippi. „Er erinnert mich sehr an Lippi“, erklärt Castellacci. „Er hat die gleiche Ruhe, das gleiche Lächeln, das Türen öffnet, und er arbeitet unermüdlich. Er analysiert bis tief in die Nacht Taktiken, Videos und Strategien. Er hat Lippis Philosophie verinnerlicht: der Zusammenhalt der Mannschaft steht an erster Stelle – ‘wir’ müssen ‘die’ Mannschaft sein.“

Ein hauch von italien in asien

Ein hauch von italien in asien

Neben Castellacci gehören weitere italienische Experten zum Stab von Cannavaro, darunter Paolo Troise, Rolando Bianchi, Albarella, Chimenti, Esposito und Sigillo. „Ein Stück Italien in Asien“, wie Castellacci schmunzelnd sagt.

Pasta für alle: die kulinarische überraschung

Pasta für alle: die kulinarische überraschung

Auch kulinarisch gibt es Überraschungen. Castellacci berichtet von einem italienischen Koch, Spino aus Neapel, der die usbekischen Spieler mit Pasta verwöhnt. „Sie haben die Pasta entdeckt und verzichten nun nie auf ein Mittagessen damit“, lacht Castellacci. „Ich sage ihnen immer: ‘Ah, immer Spaghetti…’. Und sie antworten: ‘Ja, aber die usbekische Suppe schmeckt uns auch, Prof…’. Sie sind ständig mit einem Teller Pasta in der Hand!“

Mehr als nur fußball: respekt für die kultur

Mehr als nur fußball: respekt für die kultur

Castellacci betont die Bedeutung des Respekts für die usbekische Kultur. „Es ist ein junges und wachsendes Land, das sich zu einem wichtigen Zentrum für den Wintersport entwickelt. Die Religion spielt eine große Rolle, und die Spieler beten mehrmals täglich. Es ist bereichernd, in diese Welt einzutauchen und sie zu respektieren.“

Die zukunft: mehr arbeit, mehr verletzungen

„Die Medizin hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert“, so Castellacci. „Die Spieler sind schneller, die Belastung höher, und die Verletzungsanfälligkeit steigt. Es ist mehr Arbeit, wir leben inmitten von Verletzungen. Aber die Trainer wollen ihre Spieler schnellstmöglich wieder im Einsatz sehen.“

Lipps abschiedsworte

Bevor er nach Ibiza reiste, besuchte Marcello Lippi Castellacci in Lucca und führte ein Video-Gespräch mit Fabio Cannavaro. „Marcello drückt ihm die Daumen“, sagt Castellacci. „Er glaubt an ihn.“

Die Weltmeisterschaft in Usbekistan mag für Castellacci sein letztes großes Turnier sein, doch die Erinnerungen und die Erfahrungen werden ihn ein Leben lang begleiten. Eine Reise, die zeigt: Fußball verbindet Menschen und Kulturen – und manchmal auch einen „Prof“ mit seinem Kapitän in einem fernöstlichen Abenteuer.