Byd atto 2: hybrid-power überzeugt – aber fahrwerk zeigt schwächen

München – Die chinesische Offensive im Automobilmarkt geht weiter: Byd bringt den Atto 2 jetzt auch als Plug-in-Hybrid auf den Markt. Mit dem Super Hybrid DM-i verspricht der B-SUV Effizienz, Reichweite und jede Menge Platz. Doch hält er, was er verspricht? Eine erste Testfahrt enthüllt Stärken und Schwächen.

Der atto 2 dm-i: ein hybrid-allrounder?

Nach der rein elektrischen Variante kommt nun die Plug-in-Hybrid-Version des Byd Atto 2 in Deutschland an. Das Konzept ist klar: Eine Kombination aus einem 1,5-Liter-Viertakt-Verbrennungsmotor, einem Elektromotor, einer LFP-Batterie (18 kWh oder 7,8 kWh, je nach Ausstattung) und dem fortschrittlichen Super Hybrid DM-i System. Die Gesamtleistung liegt je nach Modell bei 166 kW (224 PS) oder 212 kW (289 PS) und sorgt für eine ordentliche Beschleunigung. Der Verbrauch, so Byd, soll bei knapp über 5 Litern auf 100 km liegen, was im Alltag durchaus realistisch erscheint.

Das Interieur des Atto 2 überzeugt mit viel Platz und hochwertigen Materialien. Das digitale Cockpit mit 8,8-Zoll-Instrumentendisplay und der 12,8-Zoll-Touchscreen für das Infotainment-System bieten eine moderne Ausstattung. Besonders hervorzuheben ist die Option eines Panoramadachs und der kabellosen Smartphone-Ladestation.

Die Leistung im Detail: Im Testwagen, der mit dem 212 kW starken System bestückt war, sprang der Atto 2 in 7,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt. Im reinen Elektrobetrieb sind bis zu 90 Kilometer möglich, was für den Stadtverkehr ausreichend ist. Die Gesamtreichweite im WLTP-Zyklus beträgt beeindruckende 1.000 Kilometer.

Wo es hakt: das fahrwerk

Wo es hakt: das fahrwerk

Doch nicht alles ist perfekt. Das Fahrwerk des Atto 2 DM-i zeigt Schwächen. Bei Unebenheiten und Schlaglöchern ist der Wagen deutlich spürbar, und die Lenkung überträgt Vibrationen auf das Lenkrad. Ein komfortableres Fahrgefühl wäre wünschenswert, insbesondere auf längeren Strecken. Ein weiterer Punkt, der etwas stört, sind die akustischen Signale, die bei der Nutzung der Blinker etwas zu laut ausfallen.

Die Stärke des Hybridsystems liegt in der nahtlosen Zusammenarbeit von Verbrenner und Elektromotor. Der Verbrennungsmotor greift nur dann ein, wenn Mehrleistung benötigt wird, was zu einem effizienten Fahrverhalten führt. Die Effizienz des Elektromotors (98,7 %) trägt ebenfalls zur geringen Reichweite bei.

Die Preisgestaltung ist ambitioniert: Der Byd Atto 2 DM-i Boost beginnt bei 30.100 Euro, die Basisversion Active ist ab 27.600 Euro erhältlich. In Anbetracht der Ausstattung und der Hybridtechnologie sind das durchaus konkurrenzfähige Preise.

Der Byd Atto 2 DM-i ist ein interessantes Auto, das mit seiner Hybridtechnologie, dem großzügigen Innenraum und der modernen Ausstattung punktet. Die Schwächen im Fahrwerk schmälern das Gesamtbild jedoch etwas. Wer auf der Suche nach einem effizienten und vielseitigen B-SUV ist und bereit ist, Kompromisse beim Fahrkomfort einzugehen, sollte den Atto 2 DM-i in die engere Wahl ziehen. Die chinesische Marke setzt auf Innovation statt auf billige Preise – und das ist ein Ansatz, der sich lohnen könnte.