Cannavaro führt usbekistan zur wm – ein märchen?
Es ist eine Geschichte, die selbst im Fußballgeschäft überrascht: Fabio Cannavaro, Weltmeister von 2006, kehrt auf die größte Bühne zurück – nicht mit Italien, sondern mit Usbekistan. Ein Underdog, der plötzlich die WM-Bühne betritt, während seine ehemalige Heimat daheim sitzt und zusehen muss. Ein ungewöhnlicher Karriereweg, der zeigt, wie sich das Blatt wenden kann.
Vom gefeierten weltmeister zum trainer im ungewissen
Nur wenige hätten es für möglich gehalten, dass der einstige Starverteidiger, der 2006 als Kapitän den WM-Pokal in den Himmel reckte, nun mit einer Mannschaft aus dem Herzen Asiens auf Punktejagd gehen würde. Nach seiner Karriere als Spieler schien Cannavaro’s Trainerkarriere zunächst vielversprechend, doch die Top-Klubs zögerten. Er schilderte im Guardian ein Gefühl der Enttäuschung, einen Teufelskreis, aus dem er nicht ausbrechen konnte. Dann kam der Anruf aus Usbekistan.
Der usbekische Fußballverband erkannte in Cannavaro’s Erfahrung und Expertise eine Chance, die „Weißen Wölfe“ für ihre erste WM-Teilnahme vorzubereiten. Und so steht der Italiener nun vor einer neuen Herausforderung – weitab von den europäischen Metropolen, in Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans.

Überraschungsmoment oder frühes aus?
Kann Cannavaros Team bei der WM wirklich für Furore sorgen? Die Aufgabe ist alles andere als einfach. In der Gruppe trifft Usbekistan unter anderem auf Cristiano Ronaldo und seine portugiesische Auswahl. Während die italienische Nationalmannschaft die Qualifikation verpasste, träumt Cannavaro von einer erfolgreichen WM mit seinem neuen Team.
„Wir sind harte Kämpfer und unbequeme Gegenspieler“, betonte Cannavaro. Und tatsächlich, Usbekistan verfügt über einige interessante Talente. Abdukodir Chusanow, der in der englischen Premier League bei Manchester City unter Vertrag steht, ist zweifellos der bekannteste Spieler im Kader. Doch auch die anderen usbekischen Fußballer sind hungrig und bereit, sich zu beweisen.
Cannavaro’s Weg nach Usbekistan war alles andere als geradlinig. Nach Stationen in Saudi-Arabien und China hatte er in Italien auf ein langfristiges Engagement gehofft. Doch es blieb ihm verwehrt. Nun hat er in Taschkent eine neue Heimat gefunden, eine Herausforderung, die ihn reizt und motiviert. Der Verband gab ihm im Oktober letzten Jahres, als die Qualifikation bereits sicher war, ein unerwartetes Vertrauen.
Für Cannavaro könnte eine erfolgreiche WM-Teilnahme mit Usbekistan der perfekte Sprungbrett sein, um eines Tages doch noch in den europäischen Top-Vereinen oder gar bei der italienischen Nationalmannschaft zu landen. Doch bis dahin gilt es erst einmal, in der WM zu bestehen und das Fußballgesicht Usbekistans zu prägen. Die Welt des Fußballs wird gespannt sein, wie sich dieses ungewöhnliche Kapitel entwickeln wird.
Die Leistung von Usbekistan bei dieser WM wird zeigen, ob die Erfahrung eines Weltmeisters die jungen Talente des Landes zu Höchstleistungen beflügeln kann. Eine unerwartete Reise, die das Fußballgesicht Asiens verändern könnte – oder doch nur ein kurzer, glitzernder Moment der Aufmerksamkeit.
