Frey legt nach: „ohne antognoni fehlt der seele der fiorentina“
Sebastien Frey hat sich endlich geäußert – und er tut es mit der Klarheit eines Keepers, der in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter hält. Beim Pitti Uomo in Florenz packte der frühere Schlussmann der Viola aus: Er will Giancarlo Antognoni persönlich überzeugen, beim hundertsten Vereinsjubiläum dabei zu sein. „Ein Jahrhundert ohne ihn ist wie ein Stadion ohne Kurve“, sagte Frey.
Warum antognoni die fiorentina ist
Frey spricht langsam, aber jede Silbe trifft. „Wenn ich an die Geschichte denke, sehe ich zuerst Giancarlo, dann erst uns alle.“ Der frühere Kapitän hatte seine Teilnahme an den Feierlichkeiten abgesagt – Gründe nannte er nicht öffentlich. Frey kennt sie, respektiert sie, will sie trotzdem knacken. „Ich werde ihn anrufen. Nicht als Funktionär, sondern als ehemaliger Teamkollege, der weiß, wie sehr diese Farbe brennt.“
Die Ablehnung des Klub-Idols wirft ein Schlaglicht auf ein tieferes Problem: Florenz vernachlässigt seine Legenden. Frey und Luca Toni hatten das schon vor Monaten angemahnt. „Bei Inter werden wir wie Familie behandelt. Hier muss man teilweise um eine Eintrittskarte betteln“, sagt er und schüttelt den Kopf. Kleine Schritte? „Ein Anruf, ein Kaffee im Viola Park – es kostet nichts, bringt aber alles zurück.“

Der viola park als geheimwaffe
Frey schwärmt, als hätte er soeben eine Kathedrale betreten. „Als ich das Trainingszentrum das erste Mal sah, sagte ich zu Commisso: ‚Ich bin neidisch‘. Solche Bedingungen hätten uns damals fünf, sechs Punkte pro Saison geschenkt.“ Der Komplex in Bagno a Ripoli sei nicht nur ein Spaßbad für Profis, sondern eine Kampfansage an Mailand und Turin. „Die Spieler schlafen besser, regenerieren schneller – das summiert sich.“

Grosso, vanoli und die rote linie
Zum aktuellen Sportlichen: Frey dankt Paolo Vanoli für den Rettungsakt, der fast schon an ein Wunder grenzt. „Er hat eine Mannschaft hochgezogen, die mit einem Bein schon in der Serie B stand.“ Nun übernimmt Fabio Grosso. Die beiden haben telefoniert. Frey warnte: „Ich erwarte, dass wir nie wieder so nah am Abgrund stehen. Florenz spielt nicht gegen den Abstieg, sondern für Europa – Punkt.“
Und das Tor? Frey lächelt. „Ich verfolge den Markt nicht stündlich, aber klar: David De Gea soll bleiben. Er war nicht nur sicher, er war Anführer. Das gibt’s selten.“
Am Ende bleibt ein Satz hängen, der wie ein Freistoß unter die Latte fliegt: „Geschichte verlässt dich nie – du kannst sie nur ignorieren.“ Florenz hat die Wahl.
